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Rezension: “And then there were none” von Agatha Christie

agatha

Titel: And then there were none
deutscher Titel: Und dann gab’s keines mehr
Autorin: Agatha Christie
Verlag: Harper (in dieser Ausgabe erschienen am 29. März 2011)
erstmals erschienen: 6. November 1939 bei Collins Crime Club
Seiten: 320
ISBN: 978-0062073488
Preis: 7,49 € (Taschenbuch)

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“Ten little Soldier boys went out to dine;
One choked his little self and then there were nine.

Nine little Soldier boys sat up very late;
One overslept himself and then there were eight.

Eight little Soldier boys traveling in Devon;
One said he’d stay there and then there were seven.

Seven little Soldier boys chopping up sticks;
One chopped himself in halves and then there were six.

Six little Soldier boys playing with a hive;
A bumblebee stung one and then there were five.

Five little Soldier boys going in for law;
One got into Chancery and then there were four.

Four little Soldier boys going out to sea;
A red herring swallowed one and then there were three.

Three little Soldier boys walking in the zoo;
A big bear hugged one and then there were two.

Two little Soldier boys playing in the sun;
One got frizzled up and then there was One.

One little Soldier boy left all alone;
He went out and hanged himself and then there were none.”

Inhalt

Zehn Menschen, die sich nicht kennen, erhalten eine Einladung eines Mr. Owens, einen Sommerurlaub auf Soldiers Island zu verbringen bzw. dort als Diener zu arbeiten. Dort angekommen, empfängt sie jedoch kein Mr. Owen. Im Gegenteil: Sie sind die einzigen Menschen auf der verlassenen Insel, auf der es nur ein einziges Anwesen gibt. Natürlich sind sie erst einmal nicht weiter beunruhigt. Das ändert sich jedoch als, plötzlich eine Schallplatte ertönt, mit einem Text, der jeden Einzelnen von ihnen des Mordes bezichtigt.
Kurz darauf ist einer von ihnen tot, scheinbar erstickt an seinem Drink. Wie sich später herausstellte, enthielt dieser Cyanid. Doch wer könnte ihn vergiftet haben?
Am nächsten Morgen wacht die Haushälterin Mrs. Rogers nicht auf…
Und so stirbt einer nach dem anderen auf mysteriöse Weise. Auf jedem Kaminsims der Zimmer im Haus steht  eingerahmt der unheimliche Kinderreihm “Ten little Soldiers”  und auf dem Tisch im Esszimmer stehen Chinesische Figuren. Zehn Stück. Von denen eine nach der anderen verschwindet. Nach jedem Mord eine…
Schnell macht sich eine schreckliche Ahnung breit und jeder ist plötzlich verdächtig.

Meine Meinung

Dieses Buch gehört für mich zu den Büchern, die jeder gelesen haben sollte!
Natürlich war es erst einmal gewöhnungsbedürftig, da ich mir nach einigen Monaten erstmals wieder einen englischen Klassiker vorgenommen hatte. Ich konnte mich jedoch erstaunlich schnell einlesen und fand schnell großen Gefallen an Agatha Christies Schreibstil, der sich sehr flüssig lesen lässt und viele kleine Hinweise und Spielereien beinhaltet.
Obwohl ich bereits einige Miss Marple Verfilmungen gesehen habe, war “And then there were none” das erste Buch, das ich von dieser Autorin gelesen habe und es wird sicher nicht das Letzte sein!
Die Geschichte beginnt direkt sehr spannend, da keiner der Charaktere wirklich weiß, was sie auf dieser Insel erwartet bzw. wer sie dort erwartet. Als Leser des Klappentextes wissen wir natürlich, dass es nichts Gutes ist! Entweder werden sie unter dem Vorwand eingeladen, dort zu arbeiten oder ihnen wird ein kostenloser Urlaub bei einem flüchtigen Bekannten angeboten, an den sie sich teilweise nicht einmal mehr erinnern können. Doch wer würde das schon zugeben?
Und dann ertönt nach dem Abendessen am ersten Tag diese Stimme, die jeden einzelnen von ihnen beschuldigt, einen Mord begangen zu haben. Morde für die sie nicht zur Rechenschaft gezogen wurden, da ihnen nichts nachgewiesen werden konnte oder weil es einfach nicht nach Mord aussah. Und jeder von ihnen hat ziemlich gute Plädoyers zu seiner Verteidigung vorzutragen. Jeder scheint eigentlich nicht Schuldig zu sein im Sinne der Anklage. Tatsächlich schwillt aber in den meisten von ihnen ein schlechtes Gewissen, wie wir erfahren, da die Erzählperspektiven immer wieder zwischen den einzelnen Charakteren wechselt. Das macht die Geschichte jedoch auch manchmal sehr kompliziert. Ich habe lange gebraucht bis ich mir die einzelnen Namen merken und sie mit ihren jeweiligen Geschichten und den ihnen vorgeworfenen Verbrechen in Verbindung bringen konnte. Nähere Charakterbeschreibungen bleiben leider etwas auf der Strecke, was ebenfalls dazu beiträgt. Auf der anderen Seite füttert diese Erzähltechnik die besondere Art dieses Krimis. Einer von ihnen muss ja schuldig sein, oder nicht? Und müssten wir nicht einen Mörder ziemlich schnell überführen können, wenn wir seine Gedanken kennen?
Im Fokus der Geschichte steht die Gerechtigkeit. Denn hier werden Menschen zur Rechenschaft gezogen, denen in der üblichen Strafverfolgung nichts nachgewiesen werden konnten, die aber dennoch den Tod eines oder mehrer Menschen zu verantworten haben. Jedenfalls wirft ihnen das der unbekannte Meister der Selbstjustiz in dieser Geschichte vor. Den Kinderreim, der den meisten bestimmt noch in irgendeiner Form bekannt ist, als Grundlage für die Mordserie eines verrückten “Gerechtigkeits”-Fanatikers zu benutzen reichte schon aus, um mir einen Schauer über den Rücken zu jagen.
Es ist wirklich bemerkenswert wie Christie es schafft, dass man als Leser selbst tatsächlich ständig irgendeinen anderen verdächtig, bis dieser dann auch plötzlich tot ist. Die Geschichte ist gespickt mit falsche Fährten, die einen in den Wahnsinn treiben und einen den Horror auf der Insel nachvollziehen lassen. Es ist ein Buch, in dem scheinbar alle und wiederum keiner schuldig ist.

Fazit

Jeder, der Krimis und Mystery mag sollte dieses Buch lesen! Es ist wirklich erstklassige Mystery-Literatur von einer Autorin deren Werke bis heute dieses Genre prägen. Die Geschichte ist unglaublich gut durchdacht und hat ein Ende, mit dem bestimmt niemand rechnet!
Ich kann es nicht oft genug sagen: lest dieses Buch!

Der erste Eindruck:  5Sterne
Die Story:  5Sterne
Die Charaktere: 4Sterne
Die Erzähltechnik: 4,5sterne
Schreibstil: 4Sterne
Aussage/Bedeutung:  4,5sterne
Titel/Cover dieser Ausgabe: 5Sterne

Fazit:    4,5sterne 4,6 Sterne!

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3 thoughts on “Rezension: “And then there were none” von Agatha Christie”

  1. Da muss ich immer an einen Kunden denken, den ich mal in der Krimiabteilung ansprach… Er wollte eigentlich gar keine Hilfe, sah aber doch suchend aus und meinte, daß er schon seit Jahren nach einem ganz bestimmten Buch von Agatha Christie sucht, daß er aber nirgendwo finden kann. Titel: Zehn kleine Negerlein.
    Ich musste ein bisschen lachen und hab ihn gefragt, ob er in all den Jahren denn nie einen Buchhändler danach gefragt hätte. Er meinte nein, er würde ja sehen, daß es nicht da ist.
    Na, das gab aber ein großes Hallo, als ich ihm verraten habe, daß das Buch seit Jahren “Und dann gabs keines mehr” heißt. Er hat sich total gefreut, daß er das Buch endlich bekommen hat und mir versichert, daß er in Zukunft auch mal fragen wird, wenn er was nicht finden kann. ?

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