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[Rezension] “Talking as Fast as I can” von Lauren Graham

Nur weil jemand gut schauspielern kann und damit erfolgreich ist, muss er nicht auch gleich ein Buch schreiben – Das war auch immer meine Meinung. Deshalb war ich auch zunächst etwas skeptisch, als Lauren Graham ein Buch veröffentlichte. Talking as fast as I can (deutscher Titel: Einmal Gilmore Girl, immer Gilmore Girl) ist zwar schon ihr zweites Buch – zuvor schrieb sie bereits den Roman Someday, someday maybe– doch da es sich bei Talking as fast as I can um eine Biografie mit besonderem Fokus auf ihre Erfahrungen mit der Serie Gilmore Girls handeln sollte, hatte ich zunächst Sorge, dass der Erfolg der Serie damit einfach nur ausgeschlachtet werden und sie somit etwas von Ihrer Einzigartigkeit, die sie einfach für mich hat, verlieren könnte.
Aber da ich von nichts, was mit Gilmore Girls zusammenhängt, die Finger lassen kann (ein Gilmore Girls Kochbuch, sämtliche DVDs, Luke’s Diner Tassen, Funko Pops und mehrere Fandom-Shirts füllen bereits meine Regale und Schränke), musste ich natürlich auch das Buch früher oder später lesen …..und war begeistert!

“Also, what’s so funny about this pilot by today’s standards is that while the dialogue is delightful from the start, nothing really happens for the first fifteen or twenty minutes, until Rory gets into Chilton and Lorelai has to ask her parents for money. Today, if a mother and daughter speaking clever dialogue didn’t also reveal themselves to be surgeons, werewolves, or undercover detectives by the end of the teaser, we’d never be picked up. Also, we all look twelve years old.”

Lauren Graham, Talking as fast as I can

Für alle, die die Schauspielerin und die Serie nicht kennen: Lauren Graham spielt Lorelai Gilmore, die Mutter im Mutter-Tochter-Duo, um das sich die Serie dreht. Die Serie beginnt, als Rory (die Tochter) 16 Jahre alt wird und somit genauso alt ist, wie ihre Mutter, als sie sie bekam… Der Altersunterschied zwischen ihnen ist also ungewöhnlich klein und die beiden sind nicht nur Mutter und Tochter, sondern auch beste Freundinnen. Die Serie lebt nicht von der Spannung, wie viele andere Serien, sondern außer von den süßen Lovestorys, die sich durch die Serie ziehen, vor allem von den Dialogen, die schneller als in jeder andere Serie sind und nur so vor Witz und Anspielungen auf verschiedenste popkulturelle Einflüsse sprühen!

“A while ago I saw a young family in the airport, a couple with their young toddler, who was happily sitting in her carrying chair thing. All three were looking down, scrolling through their phones with glassy eyes, not speaking to one another.[…] And presumably the parents were doing something important and would return their attention to one another and their baby in a minute. Probably the baby was sitting there learning to speak Mandarin or monitoring her stock portfolio. Even so, there’s a checked-out, drugged sort of look we get when on our phones that’s different from the look we get when reading a book or just staring into space. I get that look too, and when I catch my refelction, it gives me a chill. It’s like Gollum’s face just before he drops his Precious in the water.”

Lauren Graham, Talking as fast as I can

Und Talking as fast as I can liest sich tatsächlich wie eine Folge Gilmore Girls bzw. wie ein langer Lorelai Gilmore-Monolog. Ich weiß nicht, ob Lauren Graham Lorelai ihre ganz eigene Art eingehaucht hat oder ob die Rolle der Lorelai einfach sehr auf die Schauspielerin abgefärbt hat, aber ich hatte beim Lesen durchgehend Lorelai Gilmore im Kopf. Das Buch wechselt genauso sprunghaft zwischen verschiedensten, zusammenhanglosen Anekdoten aus ihrem Leben, vertieft sich in teils banale aber unglaublich witzige Gedankengänge wie es bei den Dialogen in der Serie oft passiert (Ich sage nur: Oy, was für ein Pudel!).

“No matter what else public figures accomplish, we just seem to want to know what they eat for breakfast and what their beauty routine is. Next up: Ruth Bader Ginsburg on being Supreme Court justice, and how she successfully tackels a bad hair day! You at home can be the judge! In our next segment, President Hillary Clinton (it’s only March as I write this, so I’m just guessing) shares her State of the Union highlights and her red-carpet-slim-down-secrets!”

Lauren Graham, Talking as fast as I can


Die Serie Gilmore Girls spielt tatsächlich eher eine untergeordnete Rolle, ist nur eine Station von vielen, die Lauren Graham beschreibt. Vielmehr geht es einfach um sie, um ihr Leben, wie sie zur Schauspielerei kam und warum sie auf die Idee kam, Bücher zu schreiben, welchen Schwierigkeiten (Castings, Terminengpässe, laaaange Scripte) und Widersprüchlichkeiten (z.B. Hollywood-Ernährungstipps) sie sich in ihrem Leben so ausgesetzt sah.
Weshalb ich es jedoch trotzdem jedem Girlmore Girls Fan ans Herz legen möchte ist, dass sie dies einfach alles mit unglaublich viel Witz und Selbstironie, ja, scheinbar mit Lorelais Stimme erzählt.

Diese Biografie hat mich unterhalten und – so kitschig es klingen mag -mein Herz erwärmt… Ich musste wirklich so oft lachen. Statt, dass meine Befürchtung, der Erfolg der Serie könne hiermit ausgenutzt werden, um ein weiteres Selbstportrait eines Schauspielers zu rechtfertigen, sich bestätigte, war es eher als würde sie den Fans noch ein bisschen mehr Gilmore-Girls-Gefühl schenken. Sie erinnert uns noch einmal daran, warum Gilmore Girls so besonders ist. Einfach wunderbar!

Angaben zum Buch // Werbung


Titel: Talking as fast as I can
Autorin: Lorelai Gilmore
Verlag: Virago
Seiten: 241
ISBN: 978-0349009728
Preis (Taschenbuch): 8,89€

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4 thoughts on “[Rezension] “Talking as Fast as I can” von Lauren Graham”

  1. Hallo :)

    Ah wie schön, dass das Buch so toll ist. Ich habe Gilmore Girls ja erst vor knapp eineinhalb Jahren für mich entdeckt. Und auch wenn ich es nur sehr unregelmässig schaue, so mag ich den Witz der Serie doch sehr. Also vielleicht wäre das Buch auch was für mich.

    Danke für deine Rezension.

    Herzlich

    Josia

    1. Hallo :)

      ah, ein neuer Gilmore Girls Rekrut :D mich begleitet die Serie seit meinem 13. Lebensjahr und hat mich, glaube ich, sehr geprägt. Ich freue mir immer tierisch, wenn Menschen die Serie jetzt noch neu entdecken. Sie ist es einfach Wert!
      Und ja, das Buch ist wirklich empfehlenswert. Graham spricht wirklich über Gott und Die Welt und das in ihrem (bzw. Lorelais) ganz eigenen Stil :) wirklich toll!

      Liebe Grüße!

  2. Hallo,

    ich liebe die Gilmore Girls, habe die Serie schon mehrfach geschaut und sogar mein Freund musste da mittlerweile einmal durch. Für mich hat die Fortsetzung, die bei Netflix gezeigt wurde, jedoch schon etwas von meinen positiven Erinnerungen an damals genommen. Ebenso befürchte ich das nun bei dem Buch. Was du aber schreibst, klingt toll. Klingt einfach genau nach meinem Fall. Vielleicht gebe ich dem Buch jetzt also doch mal eine Chance. ;)

    Danke dafür und liebe Grüße
    Linda

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