Rezensionen

Rezension: “Ragdoll – Dein letzter Tag” – Daniel Cole

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Titel: Ragdoll – Dein Letzter Tag
Autor: Daniel Cole
übersetzt von: Conny Lösch
Preis: 14,99€
Seitenzahl: 477
Verlag: Ullstein
ISBN: 978-3-548-28919-9

 

 

Der erste Eindruck: 4,5sterne
Die Story: 4,5sterne
Die Charaktere:4Sterne
Die Erzähltechnik:4Sterne
Der Schreibstil: 4,5sterne
Titel und Cover:5Sterne

Mein Fazit: 4,5sterne 4,4 Sterne

“Ragdoll” auf Deutsch eine “Flickenpuppe”. Das ist es was die Ermittler vom New Scotland Yard und besonders den umstrittenen Detective William Oliver Layton-Fawkes, genannt Wolf, in diesem Thriller von Daniel Cole in Atem hält.
Im Prolog werden wir Zeuge davon, wie eben dieser Detective einen in der Anklage stehenden vermeintlichen Serienkiller im Gerichtssaal fast zu Tode prügelt, nachdem dieser gerade von den Geschworenen als “nicht schuldig” erklärt wurde.
Wieder auf freiem Fuß wird dieser jedoch auf frischer Tat bei einem neuen brutalen Mord ertappt und der Detective darf, da er ja doch die ganze Zeit Recht hatte und diesen erneuten Mord hätte verhindern können, wenn man denn auf ihn gehört hätte, wieder in seinen Dienst bei der Polizei zurückkehren.
Hier wird er zu einem ganz besonderen Tatort gerufen: eine Leiche und sechs Opfer. Der Täter hat aus sechs Körperteilen verschiedener Opfer eine Flickenpuppe zusammengenäht. Spätestens als eine Liste auftaucht, die weitere Opfer ankündigt – versehen jeweils mit genauem Todesdatum – wird klar, dass das ganze etwas mit Wolf zu tun haben muss, denn sein Name ist der letzte auf der Liste.

“Ragdoll” ist ein Buch, dass ich nicht so schnell aus der Hand legen wollte und auch meine Fingernägel haben schwer gelitten. So unglaublich spannend war es bis zur letzten Seite.
Ich lese viele Thriller und Krimis, aber diese Idee fand ich sehr originell und habe mich, nicht inhaltlich (keine Sorge!), sondern durch die Komplexität und so durchdachten Mordfälle, irgendwie an den Film “Sieben” erinnert gefühlt. Um nichts zu spoilern werde ich darüber hinaus nicht mehr zur Geschichte schreiben, außer dass es einen spannenden Plot gibt, der trotz der vielen Twists in sich sehr schlüssig ist.
Der einzige Logikfehler ist für mich, dass ein Detective, der einen Verdächtigen verprügelt – ob nun schuldig oder nicht – in einem Rechtsstaat ohne Strafe davonkommt und sogar wieder in den Polizeidienst zurückkehren darf…Tut mir leid, aber dafür gibt’s in dem Punkt einen halben Stern Abzug.
Die Charaktere sind sehr komplex und interessant und da man auch über die Polizeiarbeit hinaus etwas über ihr Leben und ihre Beziehungen  – auch zueinander – erfährt und sich dadurch sehr gut in sie hineinversetzten kann, fiebert man ordentlich mit ihnen mit. Besonders für Wolfs ruppige Kollegin Emily Baxter habe ich sehr viel Sympathie entwickelt. Wolf selber hingegen konnte ich manchmal nicht ganz verstehen, was ihn für mich auch etwas unglaubwürdig machte. Das fing schon damit an, dass ich wie bereits erwähnt fand, dass er nichts mehr bei der Polizei zu suchen hatte.
Interessant und eher unüblich ist auch, dass sich die Sichtweise des Erzählers sogar innerhalb der Kapitel ändert. Spricht in einer Szene z.B. Wolf gerade mit seiner Kollegin und wir erfahren was er dabei, was er über sie denkt, stecken wir plötzlich schon in der Haut ebendieser Kollegin. Dies macht die Geschichte zwar sehr vielschichtig, führte aber auch dazu dass ich mich zwischenzeitlich fragte, warum es bisher keinen Hinweis auf etwas gab, das man hätte sehen müssen, wenn aus der Sicht einer Person erzählt wurde und machte es zudem kompliziert nachzuvollziehen welche Ermittlungsfortschritte welche Person nun schon kannte und wer noch nicht.
Der Schreibstil ist sehr lebendig und macht es leicht sich das hektische treiben, die verzweifelten Polizisten die bedrückende Atmosphäre Londons (ab der hälfte des Buches regnet es nur noch) vorzustellen. Obwohl es sich eigentlich um ein sehr gruseliges und abscheuliches Thema dreht, musste ich zudem mehrere Male laut loslachen, weil manche Dialoge oder Gedankengänge einfach so witzig waren, als würden die Personen versuchen sich selbst damit etwas von dem Schrecken abzulenken. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dieser Thriller ein Kandidat für eine baldige Verfilmung sein wird.
Zum Cover muss ich nicht viel sagen, außer dass ich das Buch alleine aus dem Grund gekauft habe. Ich finde es trotz seiner Schlichtheit großartig. Die Krähe hat zwar keinen ersichtlichen Zusammenhang zum Inhalt, sieht aber böse aus und Böses gibt es in dieser Geschichte vieles…sehr vieles!

Insgesamt ist “Ragdoll” ein spannender, leicht lesbarer und sehr unterhaltsamer Thriller, dem ich jedem, der sich gerne mit komplexen Mordfällen und Täterprofilen auseinandersetzt, empfehlen würde.

Insgesamt gibt’s von mir 4,4 Sterne!

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