Ricy's Reading Corner

Bücher. Serien. Musik & mehr

Schlagwort: Bücher

8 Bücher, die ich 2018 unbedingt noch lesen möchte…

Da habe ich mir Anfang des Jahres so eine Mühe gegeben, mir eine Leseliste zu machen, um endlich mal meinem SuB zu Leibe zu rücken und jetzt?! …ist 2018 bald vorbei und schon jetzt wohl das Jahr mit den meisten Neuzugängen und die meisten SuB-Leichen, sind dafür weiterhin ziemlich vernachlässigt…
Lediglich den Vorsatz jeden Monat einen Klassiker zu lesen, konnte ich (fast) einhalten. Nur “fast” da mich Kafkas Das Schloss im Sommer einfach zwei Monate lang beschäftigt hat…
Mein Jahresziel von 45 Büchern ist aber dafür wirklich in realistisch erreichbarer Nähe und jetzt, wo es früher dunkel wird und man sich abends gerne mal gemütlich aufs Sofa kuschelt, hoffe ich doch noch auf ein paar zusätzliche Lesestunden, die mich meinem Ziel in großen Sprüngen näher bringen.
In diesem Beitrag möchte ich euch nun die Bücher vorstellen, die ich dieses Jahr gerne noch lesen möchte.

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[Leselaunen] Alltagsstress, Entspannung und spannende Klassiker

Es ist Sonntagabend und endlich schaffe ich es mal wieder, meine Leselaunen mitzuteilen.
Leselaunen ist eine Aktion von Nicci auf ihrem Blog  Trallafittibooks. Dabei geht es darum, sonntags die aktuelle Lesestimmung mitzuteilen, ausgelesene und aktuelle Bücher vorzustellen und allgemein etwas über die Woche zu berichten. Weiterlesen

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Monatsrückblick April 2018

Hallo ihr Lieben,

der April war leider wirklich kein erfolgreicher Lesemonat für mich…gerade einmal drei Bücher habe ich gelesen und das dritte strenggenommen erst heute Nacht bzw. heute Morgen beendet. Woran das lag?
Mit ziemlicher Sicherheit kann ich sagen: an meinem Blogumzug!

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Montagsfrage: Wie viel Raum nimmt das Lesen in deinem Leben/Alltag ein?

Hallo ihr Lieben,

die heutige Montagsfrage von Buchfresserchen Svenja lautet:

Wie viel Raum nimmt das Lesen in deinem Leben/Alltag ein?

Diese Frage führt mir ganz spontan wieder vor Augen, was mich in der letzten Zeit tatsächlich sehr stört: ich habe viel zu wenig Zeit zum Lesen!

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Montagsfrage: “Wenn du weder Buchverfilmung noch Buch kennst, was würdest du zuerst anschauen/lesen?”

Bei der heutigen Montagsfrage möchte Buchfresserchen von uns wissen, ob wir lieber zuerst das Buch lesen oder die Buchverfilmung schauen.

Ich habe mir selbst (eigentlich) die Regel auferlegt, IMMER zuerst das Buch zu lesen!

Erstmal möchte ich mich in meiner Fantasie nicht durch vorgegebene Bilder beeinflussen lassen und außerdem mag ich es, wenn ich einen Film sehe, schon gewisse Hintergrund-Informationen zu haben.

Es kommt aber natürlich trotzdem manchmal vor, dass ich zuerst den Film sehe. Das war zum Beispiel bei “Tribute von Panem” so…Die Filme waren plötzlich überall und die Bücher sind irgendwie an mir vorbeigegangen…ich dachte  “ach das ist bestimmt wieder so ein Teenie Hype à la Twilight” und hab mich zu dem Zeitpunkt irgendwie zu alt dafür gefühlt. Ich habe die Bücher bis heute nicht gelesen und finde das sehr schade. Die Filme fand ich nämlich klasse, wie müssen dann erst die Bücher sein? Aber ich kann mich einfach nicht dazu überwinden sie jetzt noch zu lesen…vielleicht irgendwann , denn die Story finde ich echt großartig!

Ganz blöd ist es auch bei der Game of Thrones Reihe gelaufen. Ich habe die Bücher bis Band 4 (deutsche Ausgabe) gelesen und dachte mir dann ganz clever: dann kannste ja schonmal die ersten paar Staffeln gucken. Aber DANN liest du erstmal weiter! Ja Pustekuchen…wer die Serie kennt, weiß, dass man nicht erstmal ein paar Folgen/ Staffeln gucken und dann einfach aufhören kann, wenn es schon neue Folgen gibt… Und ruckzuck hatte ich dann den Punkt, bei dem ich in den Büchern war, überholt. Und jetzt finde ich die Bücher im Vergleich zur Serie einfach unglaublich langatmig und kam bisher nicht mehr weiter.

Es ist aber ja auch nicht immer ganz einfach an meiner Regel festzuhalten, da man ja oft erst auf die Bücher aufmerksam wird, wenn der Film beworben wird. Und ihn dann gefühlt jeder schon  gesehen hat…Manchmal findet man es sogar erst heraus, wenn man den Film selbst schon gesehen hat.

Das war bei mir z.B. bei Fight Club so…einer meiner absoluten Lieblingsfilme! Gesehen hab ich ihn das erste Mal mit 14 oder so…auf den Autor Chuck Palahniuk bin ich zwar auch über Fight Club aber erst viel später gekommen…er gehört seitdem zum einen Lieblingsautoren!

Auch bei dem Film “Vielleicht lieber morgen” (Engl.: The perks of being a Wallflower) von Steven Chbosky war das so. Auch hier fand ich sowohl den Film als auch das Buch, das ich erst später entdeckt habe, unglaublich gut!

Es geht also auch umgekehrt…wenn ich aber von vornherein weiß, dass es Buch und Film gibt dann lese ich in der Regel zuerst das Buch.

Dabei fällt mir ein, dass ich “Into the wild” noch lesen muss. Auch ein Lieblingsfilm von mir, bei dem ich erst später vom Buch erfahren habe.

Wie sieht’s bei euch aus? Erst Buch oder erst Film?

Was ist eure liebste Buchverfilmung??

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Montagsfrage: Welche 5 Bücher würdest du jetzt auf eine Reise mitnehmen?

Und da ist er schon wieder…der Montag. Er hat schon super angefangen indem ich, nachdem ich die halbe Nacht wegen des Gewitters wach war, heute morgen merkte, dass ich keinen Kaffee mehr zuhause habe …ich kann euch nicht sagen, wann ich das letzte mal morgens ohne Kaffee aus dem Haus gegangen bin!

Nachdem ich den Tag nun mehr oder weniger gut (mit kurzen Sekundenschlafphasen mit dem Kopf auf dem Schreibtisch) überstanden habe freue ich mich nun auf die heutige Montagsfrage von Buchfresserchen: Welche 5 Bücher würdest du jetzt auf eine Reise mitnehmen?

Erst mal muss ich sagen, ich würde tatsächlich JETZT gerne auf Reise gehen oder wenigstens Urlaub haben, aber beides lässt bei mir noch bis Oktober auf sich warten…aber dann geht es nach Island!!! Und da ich mich jetzt schon mental und emotional durch isländische Musik und Literatur darauf vorbereite, wäre Buch Nummer 1 das ich mitnehmen würde “Abgründe” von Arnaldur Indridason  – ein Island-Krimi der schon länger auf meinem SuB liegt.

Bei meiner Buchauswahl für Reisen ist es mir immer sehr wichtig, dass viel Abwechslung drin ist. Nichts ist schlimmer als gerade im Urlaub ein Buch lesen zu müssen, auf das man gerade gar keine Lust hat. Deshalb ist Buch Nummer 2, das ich mitnehmen würde ein Liebesroman: “Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr um dort seine große Liebe wiederzufinden: Eine wahre Geschichte” von Per. J. Andersson – auch ein Buch, das bereits auf meinem SuB liegt.
Die Geschichte beginnt in Indien und ich habe selbst ganz tolle Reiseerinnerungen an dieses Land. Außerdem ist das Cover so schön sommerlich – würde ich also JETZT im Sommer verreisen, wäre es die perfekte Reiselektüre.

Hätte ich viel Zeit (sehr viel Zeit!) auf meiner Reise, dann würde ich zudem “Die geheime Geschichte” von Donna Tartt und “Die Stadt der Träumenden Bücher” von Walter Moers mitnehmen…beides Bücher meines SuBs die ich unbedingt lesen will und die ich jedesmal wenn ich ein anderes Buch ausgelesen habe in die Hand nehme…bisher hat mich jedoch der Umfang der Bücher (viele Seiten und sehr eng bedruckt) immer wieder abgeschreckt…im Urlaub hätte ich vielleicht mal Zeit und Muße dafür.

Alleine durch diese zwei Bücher bräuchte ich wahrscheinlich nicht auch noch ein fünftes und hätte mein Gepäckgewicht sowieso längst überschritten, aber gefragt sind fünf, also sollen es fünf sein! Das fünfte Buch, das ich mitnehmen würde wäre “Looking for Alaska” von John Green auch so eine SuB-Leiche und ich kann nicht mal erklären warum, die Geschichte interessiert mich eigentlich sehr…

Tja und dann würde ich natürlich heimlich noch mein Kindle einpacken und noch gaaanz viele eBooks mitnehmen, vor allem leichte und superspannende Bücher, wie z.B. Sebastian Fitzeks “AchtNacht” falls mir die anderen Bücher dann doch zu anstrengend sind… ich glaube meine Reise müsste sehr lang sein oder es dürfte dort nicht so viel spannendes zu sehen/erleben geben ;)

 

Und welche Bücher würdet ihr mitnehmen?

 

Eure Ricy

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Rezension: “Fritz für alle Fälle – Katzenjammer” – Thomas Staack

Nachdem ich dieses Buch bereits letztes Jahr auf meinem Instagram-Account vorgestellt habe kommt nun (da mein Blog endlich fertig ist) auch eine ausführliche Rezension :) Vielen Dank an den Autor Thomas Staack für das Rezensionsexemplar!

FritzfüralleFälle_Cover

Titel: Fritz für alle Fälle
Autor: Thomas Staack
Verlag: Mbook (07. Juni 2016)
Preis (Taschenbuch): 9,99€
Preis (eBook): 2,99 €
ISBN: 978-9463186452
Seitenzahl: 200
zu kaufen auf Amazon
Der erste Eindruck: 4Sterne

Die Story: 3,5Sterne

Die Charaktere:4,5sterne

Die Erzähltechnik:3,5Sterne

Der Schreibstil: 3,5Sterne

Titel und Cover:4Sterne

Mein Fazit:  3,5Sterne3,8 Sterne

Eine interessante Zukunftsvision der Metropolregion Köln/Düsseldorf und eine oftmals lustige Detektivgeschichte mit unerwarteten Wendungen.

“Fritz für alle Fälle” ist der erste Krimi von Thomas Staack.
In dieser Geschichte geht es um Sebastian Fritz, der gerade in seinem Jurastudium gescheitert und nun auf der Suche nach einer neuen Perspektive ist. Bei seinem Besuch bei einer Arbeitsvermittlungsagentur entdeckt er eine Anzeige, in der ein Privatdetektiv gesucht wird und diese Idee lässt ihn nicht mehr los.
Es spielt in einem Köln/Düsseldorf der Zukunft, was es für mich als Kölnerin natürlich zusätzlich interessant macht!
Der neue Job führt Fritz nun auf der Spur eines Doppelmörders geradewegs in die sozialen Brennpunkte der neuen Stadt.

Schwer vorstellbar ist heutzutage eine Fusion der beiden Städte, bedenkt man die typischen (oft jedoch nicht ganz ernst gemeinten) Sticheleien zwischen Kölnern und Düsseldorfern. Unter Berücksichtigung der stetig anwachsenden Metropolregionen, ist ein Zusammenwachsen in (vielleicht gar nicht so ferner) Zukunft jedoch andererseits auch sehr plausibel. Und genau das war es, was mich ursprünglich dazu bewogen hat das Buch zu lesen.

Anfänglich hatte ich etwas Probleme in die Geschichte hereinzukommen und war erstmal enttäuscht, als klar wurde, um was für einen Fall es sich handelt. Das wurde aber schnell ausgeglichen durch die für mich sehr sympathischen Charaktere. Da ist zum einen Fritz selbst, dem ich anfänglich gerne selbst mal einen Tritt in den Hintern gegeben hätte, damit er sein Leben in den Griff bekommt. Das übernimmt dann zum Glück seine, wie ich finde, noch viel sympathischere Mitbewohnerin Charly. Die beiden haben, wie sich immer mehr herausstellt, auch eine ganz interessante Beziehung zueinander.
Auch die Science-Fiction-Elemente haben mir sehr gut gefallen und waren nicht so übertrieben ausgeschlachtet, wie es in Science-Fiction Romanen oft der Fall ist, sondern belaufen sich hauptsächlich auf Alltagsgegenstände und Fritz’ mysteriöses Helferlein, das ihm im Laufe des Buches zugespielt wird.
Nach ein paar Wendungen nahm aber auch der Fall eine interessantere Form an und Fritz blüht in seiner neuen Aufgabe richtig auf.

Die Erzähltechnik und der Schreibstil sind sehr einfach und stringent gehalten. Wir begleiten die Geschichte durchgehend durch einen personalen Erzähler aus Fritz’ Sicht. Es gibt keine großartigen Zeitsprünge oder Ortswechsel. Dies macht es zu einer sehr leichten Lektüre.
Der Schreibstil ermöglicht zudem eine gute Vorstellung von der Zukunft in der Fritz sich befindet, ohne sich mit großartigen Beschreibungen der technischen Errungenschaften dieser Zeit aufzuhalten, was eben sehr gut unterstreicht, dass diese einfach normal geworden sind. Ich finde zudem dass der lockere Schreibstil gut zu Fritz Charakter passt. Seine Gedanken und die Dialoge haben mich definitiv oft zum Schmunzeln gebracht. Etwas gestört haben mich die häufig eingefügten Songtexte und Verweise auf Herbert Grönemeyer. Dies ist aber definitiv Geschmackssache und es kommt wahrscheinlich sehr auf die musikalischen Vorlieben des Lesers an. Ich fand es nur etwas “einseitig”.

Zum Titel und Cover kann ich sagen, dass ich bei dem Titel “Fritz für alle Fälle” eigentlich eine Kindergeschichte, wie z.B. die Pfefferkörner erwarten würde. Es soll aber wahrscheinlich eher eine Anspielung auf die britische Krimiserie “Für alle Fälle Fitz” sein.
Der Untertitel “Katzenjammer”, der durch ein lustiges Wortspiel sowohl einen Hinweis auf Fritz’ Verfassung zu Beginn des Buches als auch auf den späteren Fall gibt, macht das für mich aber wieder wett. Das Cover finde ich eher unspektakulär, es zeigt, wenn ich das richtig vermute eine Rheinufer-Promenade, wahrscheinlich im heutigen Düssseldorf(?). Passt also ganz gut zum Setting. Die Farben finde ich, dadurch, dass es sich offenbar um ein Wärmebildfoto handelt persönlich etwas grell, aber auch passend zu einer Detektivgeschichte und es deutet durch den tiefroten Himmel schon auf eine “hitzige” Stimmung hin.

Insgesamt ist das Buch auch durch den schönen Schreibstil und die geringe Seitenzahl ein leicht lesbares und kurzweiliges Buch für zwischendurch. Die eigentliche Detektivgeschichte nimmt erst im Laufe des Buches an Spannung zu und hat ein interessantes Ende.
Auch wenn der Fall abgeschlossen scheint, gibt es zudem in gewisser Hinsicht ein offenes Ende, weshalb ich bestimmt auch den zweiten Band, der wohl noch dieses Jahr erscheinen soll, lesen werde. Ich hoffe zudem auf mehr Entwicklung der “Fritz-Charly-Beziehungsebene” da mir die kleine WG trotz der Kürze des Buches irgendwie ans Herz gewachsen ist.

Insgesamt gibt’s 3,8 Sterne von mir!

 

 

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Rezension: “Ragdoll – Dein letzter Tag” – Daniel Cole

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Titel: Ragdoll – Dein Letzter Tag
Autor: Daniel Cole
übersetzt von: Conny Lösch
Preis: 14,99€
Seitenzahl: 477
Verlag: Ullstein
ISBN: 978-3-548-28919-9

 

 

Der erste Eindruck: 4,5sterne
Die Story: 4,5sterne
Die Charaktere:4Sterne
Die Erzähltechnik:4Sterne
Der Schreibstil: 4,5sterne
Titel und Cover:5Sterne

Mein Fazit: 4,5sterne 4,4 Sterne

“Ragdoll” auf Deutsch eine “Flickenpuppe”. Das ist es was die Ermittler vom New Scotland Yard und besonders den umstrittenen Detective William Oliver Layton-Fawkes, genannt Wolf, in diesem Thriller von Daniel Cole in Atem hält.
Im Prolog werden wir Zeuge davon, wie eben dieser Detective einen in der Anklage stehenden vermeintlichen Serienkiller im Gerichtssaal fast zu Tode prügelt, nachdem dieser gerade von den Geschworenen als “nicht schuldig” erklärt wurde.
Wieder auf freiem Fuß wird dieser jedoch auf frischer Tat bei einem neuen brutalen Mord ertappt und der Detective darf, da er ja doch die ganze Zeit Recht hatte und diesen erneuten Mord hätte verhindern können, wenn man denn auf ihn gehört hätte, wieder in seinen Dienst bei der Polizei zurückkehren.
Hier wird er zu einem ganz besonderen Tatort gerufen: eine Leiche und sechs Opfer. Der Täter hat aus sechs Körperteilen verschiedener Opfer eine Flickenpuppe zusammengenäht. Spätestens als eine Liste auftaucht, die weitere Opfer ankündigt – versehen jeweils mit genauem Todesdatum – wird klar, dass das ganze etwas mit Wolf zu tun haben muss, denn sein Name ist der letzte auf der Liste.

“Ragdoll” ist ein Buch, dass ich nicht so schnell aus der Hand legen wollte und auch meine Fingernägel haben schwer gelitten. So unglaublich spannend war es bis zur letzten Seite.
Ich lese viele Thriller und Krimis, aber diese Idee fand ich sehr originell und habe mich, nicht inhaltlich (keine Sorge!), sondern durch die Komplexität und so durchdachten Mordfälle, irgendwie an den Film “Sieben” erinnert gefühlt. Um nichts zu spoilern werde ich darüber hinaus nicht mehr zur Geschichte schreiben, außer dass es einen spannenden Plot gibt, der trotz der vielen Twists in sich sehr schlüssig ist.
Der einzige Logikfehler ist für mich, dass ein Detective, der einen Verdächtigen verprügelt – ob nun schuldig oder nicht – in einem Rechtsstaat ohne Strafe davonkommt und sogar wieder in den Polizeidienst zurückkehren darf…Tut mir leid, aber dafür gibt’s in dem Punkt einen halben Stern Abzug.
Die Charaktere sind sehr komplex und interessant und da man auch über die Polizeiarbeit hinaus etwas über ihr Leben und ihre Beziehungen  – auch zueinander – erfährt und sich dadurch sehr gut in sie hineinversetzten kann, fiebert man ordentlich mit ihnen mit. Besonders für Wolfs ruppige Kollegin Emily Baxter habe ich sehr viel Sympathie entwickelt. Wolf selber hingegen konnte ich manchmal nicht ganz verstehen, was ihn für mich auch etwas unglaubwürdig machte. Das fing schon damit an, dass ich wie bereits erwähnt fand, dass er nichts mehr bei der Polizei zu suchen hatte.
Interessant und eher unüblich ist auch, dass sich die Sichtweise des Erzählers sogar innerhalb der Kapitel ändert. Spricht in einer Szene z.B. Wolf gerade mit seiner Kollegin und wir erfahren was er dabei, was er über sie denkt, stecken wir plötzlich schon in der Haut ebendieser Kollegin. Dies macht die Geschichte zwar sehr vielschichtig, führte aber auch dazu dass ich mich zwischenzeitlich fragte, warum es bisher keinen Hinweis auf etwas gab, das man hätte sehen müssen, wenn aus der Sicht einer Person erzählt wurde und machte es zudem kompliziert nachzuvollziehen welche Ermittlungsfortschritte welche Person nun schon kannte und wer noch nicht.
Der Schreibstil ist sehr lebendig und macht es leicht sich das hektische treiben, die verzweifelten Polizisten die bedrückende Atmosphäre Londons (ab der hälfte des Buches regnet es nur noch) vorzustellen. Obwohl es sich eigentlich um ein sehr gruseliges und abscheuliches Thema dreht, musste ich zudem mehrere Male laut loslachen, weil manche Dialoge oder Gedankengänge einfach so witzig waren, als würden die Personen versuchen sich selbst damit etwas von dem Schrecken abzulenken. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dieser Thriller ein Kandidat für eine baldige Verfilmung sein wird.
Zum Cover muss ich nicht viel sagen, außer dass ich das Buch alleine aus dem Grund gekauft habe. Ich finde es trotz seiner Schlichtheit großartig. Die Krähe hat zwar keinen ersichtlichen Zusammenhang zum Inhalt, sieht aber böse aus und Böses gibt es in dieser Geschichte vieles…sehr vieles!

Insgesamt ist “Ragdoll” ein spannender, leicht lesbarer und sehr unterhaltsamer Thriller, dem ich jedem, der sich gerne mit komplexen Mordfällen und Täterprofilen auseinandersetzt, empfehlen würde.

Insgesamt gibt’s von mir 4,4 Sterne!

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Rezension: “No Country for Old Men” – Cormac McCarthy

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Titel:
No Country for Old Men
Autor: Cormac McCarthy
Seitenzahl: 3o8
Verlag: Picador
ISBN: 987-0-330-51121-6
Preis: 8,99 €
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deutscher Titel: Kein Land für alte Männer
übersetzt von: Nikolaus Stingl
erschienen bei:
 Rowohlt Taschenbuch Verlag
Seitenzahl: 288
ISBN (deutsch): 978-3499242885

 

Der erste Eindruck: 2sterne
Die Story: 3,5Sterne
Die Charaktere:3,5Sterne
Die Erzähltechnik: 3sterne
Der Schreibstil: 5Sterne
Titel und Cover:5Sterne

Mein Fazit: 35sterne.png3,6 Sterne

 

Auf Cormac McCarthy stieß ich mit 17, als wir im Englisch-Leistungskurs “nur so zum Spaß”, weil wir alle (inklusive unseres Lehrers) die Nase voll von Shakespeare hatten, “The Road” lasen. Eine Postapokalypse-Geschichte, die ich heute noch zu meinen Lieblingen zähle.

Jetzt, acht Jahre später, habe ich es endlich geschafft, ein weiteres Buch von ihm in die Hand zu nehmen.
“No Country for old Men” – klingt nach einem richtigen Badass-Western. Dieser Effekt wird durch die großen Lettern auf dem Cover noch verstärkt.
Und das ist es auch – jedenfalls vordergründig…eine Geschichte über die kriminellen Abgründe einer Region an der mexikanisch-texanischen Grenze in den 80er Jahren. Hier versucht Sheriff Bell die Bevölkerung vor dem totalen Moralverfall zu schützen und hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, Llewelyn Moss, der bei einem frühmorgendlichen Jagdausflug auf die Überreste eines schiefgelaufenen Drogendeals stößt und sich mit einer Menge Geld davonmacht, vor dem skrupellosen Killer Chigurh zu retten, der nun hinter ihm her ist.
Hört sich soweit nach einem typischen Western an, doch die Figur des Sheriffs fügt dem noch einiges hinzu. In immer wieder eingefügten Monologen erfahren wir, dass er als Kriegsveteran so einigen Ballast mit sich herumträgt, sich jedoch nicht als Kriegsheld sieht, sondern eher unter dem ständigen Gefühl leidet, etwas wiedergutmachen zu müssen. Doch der aktuelle Fall bringt ihn an seine Grenzen und er muss erneut erleben, nichts ändern zu können.
Es ist ein Buch über Entscheidungen, falsche Entscheidungen und Reue.
Der Moment, in dem Moss das Geld an sich nimmt und verschwindet, anstatt es liegen zu lassen und wieder nach Hause zu gehen, ist nur ein Punkt in der Geschichte, der zeigt, wie sehr eine einzige Entscheidung unser ganzes weiteres Leben beeinflussen kann. Ein Thema mit dem sich auch der Sheriff herumplagt.
Ebenso sehr im Fokus steht die Moral oder vielmehr der schon genannte Moralverlust, dem sich der Sheriff in “seinem Land” gegenüberstehen und nicht gewachsen sieht. Trotz seiner langjährigen Erfahrungen bei der Polizei schockiert ihn die Brutalität und die Sinnlosigkeit der aktuellen Geschehnisse. Eine Brutalität und und Sinnlosigkeit, die McCarthy durch seinen berühmten nüchternen und kompromisslosen Schreibstil bestens einfängt.
Ein wenig gestört haben mich jedoch sowohl die Charaktere, als auch die Erzähltechnik.
Abgesehen vom Sheriff hatten die Charaktere für meinen Geschmack zu wenig Substanz. Weder bei Moss, der ja eine zentrale Rolle spielt, noch bei Chigurh, der das abgrundtief Böse verkörpern soll, bekam ich ein richtiges Gefühl für die Person. Moss trifft ein paar dumme Entscheidungen, scheint aber im Großen und ganzen ein ganz lieber Kerl zu sein, sehr viel mehr über seine Persönlichkeit erfährt man jedoch nicht. Und Chigurh ist abgrundtief böse, ja, aber hier fehlte mir das “Warum”. Woher kommt diese Skrupellosigkeit, mit der er sich konsequent an seine brutalen Prinzipien hält? Im Gegensatz zu anderen Krimis oder Thrillern, erhalten wir hier kein richtiges “Täterprofil”.
Dies Unterstützt natürlich die Kernaussage des Moralverfalls nach dem Motto: In dieser Welt braucht niemand einen Grund, um Böse zu sein. Dennoch fehlt mir hier etwas.
Hinzukommt dass ich die Erzählweise, wie zwischen den verschiedenen Orten und Personen hin- und hergesprungen wird, sehr verwirrend fand. McCarthys typischen Dialoge – er benutzt keine Anführungszeichen und Nebensätze, in denen erklärt wird, wer gerade spricht – haben zwar die Wirkung, dass man sich die Situation szenisch vorstellt, führen aber auch dazu, dass man manche Stellen immer wieder lesen muss, um nachzuvollziehen, wer gerade was gesagt hat.
Die Monologe des Sheriffs, die zwar seiner Figur sehr viel Substanz verleihen, fand ich im Verhältnis zu diesen schnellen Wort- und Szenewechseln jedoch oftmals langatmig.

Mir wurde schon oft gesagt, dass die Verfilmung ein richtiges Meisterwerk sein soll. Das kann ich mir sehr gut vorstellen, da das Buch trotz fehlender ausführlicher Beschreibungen sehr viel Material liefert, dass sich bestimmt sehr bildgewaltig darstellen lässt. Und nun, da ich das Buch ausgelesen habe werde ich mir demnächst endlich diesen Film vornehmen.
“No Country for Old Men” gehört für mich definitiv zu den Büchern, die rückblickend betrachtet sehr viel mehr zu bieten haben, als es beim Lesen den Anschein macht. Der Leseprozess war für mich sehr anstrengend und ich habe ihn nicht wirklich genossen. Die Aussage des Buches wurde mir zumindest erst hinterher so richtig bewusst. Trotz McCarthys einzigartigen Schreibstils und einer gut durchdachten Aussage, hatte ich das Gefühl, bei der Geschichte nur an der Oberfläche zu kratzen. Vielleicht soll dies die Sinnlosigkeit des Ganzen verdeutlichen, gefallen hat es mir jedoch nicht.
Insgesamt ist es ein actionreicher und dennoch schwerer Western mit für meinen Geschmack etwas zu wenig Hintergrundstory. Ist man jedoch bereit, das Ganze länger auf sich wirken zu lassen, bekommt man ein sehr nachdenklich stimmendes Beispiel für die Bedeutung moralischer Entscheidungen.

Von mir gibt es insgesamt 3,6 Sterne.

 

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