Spätestens seit ich Kalte Haut gelesen habe, würde ich mich als Fan von Martin Krists Thrillern bezeichnen. Aus diesem Grund habe ich mich auch schon sehr auf die Neuerscheinung Stille Schwester gefreut, welches am 30. Juli in die Läden gekommen ist und welches ich schon vorab lesen durfte.

Worum geht’s?

Bei Stille Schwester handelt es sich um den zweiten Fall des Ermittlers Henry Frei, den manche vielleicht schon aus Böses Kind kennen.
Dieses endete damit, dass ein Fall, der eigentlich für gelöst gehalten wurde, neu aufgenommen werden musste, da es einen neuen Mord gab, der den Verdacht auf einen Serienmörder aufkeimen ließ. Stille Schwester schließt daran an und beginnt, nachdem erst einmal ein Fall gezeigt wird, um den es im weiteren Verlauf kaum geht, damit, dass der Mörder erneut zugeschlagen hat.
Henry Frei und seine Kollegin Louisa Albers versuchen im Wettlauf gegen die Zeit einen Täter zu schnappen, der seine Opfer ordentlich wäscht und drapiert und sein nächstes Opfer schon mit einem Hinweis am Tatort ankündigt…

Meine Meinung

Stille Schwester hat das gewohnt rasante Tempo und die atemlose Spannung, die ich bereits von Martin Krists anderen Thrillern kenne.
Schon der Prolog macht es einem nicht möglich, das Buch so schnell wieder aus der Hand zu legen. Erst zu Beginn des ersten Kapitels wird dann klar, dass dieser die Szene zeigte, auf die die Geschichte hinauslaufen wird, was die Spannung natürlich in die Höhe treibt.

Das Ermittlerduo Frei und Albers habe ich bereits bei Böses Kind ins Herz geschlossen, beide wirken einfach so real, so sympathisch, so menschlich. Da ist Frei, der zuhause den täglichen Komplikationen mit einer pubertierenden Tochter und einem aspergerkranken Sohn ins Auge blicken muss und selbst einen seinem Sohn nicht unähnlichen Ordnungszwang hat und Albers, deren Mann als nicht ganz so erfolgreicher Schriftsteller glücklicherweise auf den Säugling aufpassen kann, während sie neben den schlaflosen Nächten unter den strapazierenden Arbeitszeiten einer Polizistin leidet. Zudem wird auch hier erneut ein dunkler Punkt in Freis Vergangenheit, die ihn mit einem ehemaligen Kollegen verbindet und irgendwie mit dem Verschwinden von dessen Tochter Alanna zu tun hat, immer wieder angedeutet. Eine Geschichte, die hoffentlich in weiteren Folgebänden näher beleuchtet wird.

Der Thriller ist sehr dialoglastig und zudem wieder mit den Gedankenfetzen Freis gespickt, die sich wie etwas, dass sich aus dem Unterbewusstsein an die Oberfläche drängen will, immer wieder im Text wiederholen und im Kopf des Lesers einbrennen. Zudem wird zwischen den Kapiteln immer wieder eine E-Mail einer bis zum Schluss unbekannten Verfasserin an Frei eingeblendet, in welcher diese ihre von Eifersucht geprägte Beziehung zu ihrer Schwester beschreibt, die auch offensichtlich namensgebend für diesen Thriller ist. All das trägt zum enormen Tempo des Buches bei, sodass man überrascht ist, als es plötzlich schon wieder vorbei ist.

Fazit

Stille Schwester ist ein packender, kurzweiliger Thriller, der den Stil von Krists anderen Thrillern beibehält und somit mit einem spannenden Plot, sympathischen Charakteren, einem leichten Schreibstil und hohem Erzähltempo punktet. Meine einzige Kritik ist, dass er zu schnell vorbei ist. Für jeden, der etwas Spannendes und Mitreißendes für zwischendurch sucht, ist dieser Thriller absolut empfehlenswert!

Angaben zum Buch
WERBUNG // Rezensionsexemplar*

Titel: Stille Schwester
Autor: Martin Krist
Verlag: R&K/ epubli (Juli 2018)
Seiten: 232
ISBN: 978-3746743653
Preis (Taschenbuch): 9,99€ (eBook: 1,99€)

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*Rezensionsexemplare erhalte ich im Tausch gegen meine ehrliche und unabhängige Meinung. Vielen Dank an den Autor für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

 

(c)Buchcover: R&K c/o Martin Krist
Beitragsbilder: Ricarda Schneider

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