Ricy's Reading Corner

Bücher. Serien. Musik & mehr

Schlagwort: Spannung

[Rezension] “Slade House” von David Mitchell

Mit der Vorfreude auf den Herbst, stieg bei mir auch wieder die Lust auf Gruselgeschichten. David Mitchells Horrorroman Slade House lag nun schon etwas länger auf meinem SuB und schien mir perfekt, um den schaurigschönen Leseherbst einzuleiten.

“Auf der einen Seite der hohen Mauer liegt eine kleine, feuchte Gasse, auf der anderen ein sonnenbeschienener Garten. Dazwischen eine schmale schwarze Pforte. Du brauchst sie nur zu öffnen. Willkommen im Slade House!”

Slade House, David Mitchell, Klappentext
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[Rezension] Stille Schwester von Martin Krist

Spätestens seit ich Kalte Haut gelesen habe, würde ich mich als Fan von Martin Krists Thrillern bezeichnen. Aus diesem Grund habe ich mich auch schon sehr auf die Neuerscheinung Stille Schwester gefreut, welches am 30. Juli in die Läden gekommen ist und welches ich schon vorab lesen durfte.

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Rezension: “Artemis” – Andy Weir

Lange habe ich auf dieses Buch gewartet, nachdem ich damals Der Marsianer an nur zwei Tagen durchgelesen hatte. Endlich ist der da – der neue Roman von Andy Weir!

Worum geht’s?

Artemis ist die erste Stadt auf dem Mond. Jazz Bashara ist dort aufgewachsen und schlägt sich eher schlecht als recht als Trägerin – eine Art Postbotin – durch. Um sich ein paar Motten (so heißt die artemisianische Währung) dazuzuverdienen, nutzt sie ihre guten Beziehungen zum Hafenpersonal (sowohl auf der Erde, als auch auf dem Mond) um verbotene Güter in die Stadt zu schmuggeln und die dort nicht gerade geringe Nachfrage der reichen Bewohner zu bedienen.
Einer ihrer Kunden – der milliardenschwere Norweger Trond Landvik – schlägt ihr eines Tages einen sehr viel größeren Deal vor, als nur eine Sonderlieferung dominikanischer Zigarren. Ihre Geldsorgen wären damit ein für alle Mal gelöst, weshalb Jazz nicht lange überlegt. Dass sie sich damit in eine weitreichende Verschwörung verstrickt, hat sie natürlich nicht erwartet. Schon bald ist nicht nur ihr eigenes Leben in Gefahr, sondern das Schicksal von ganz Artemis steht auf dem Spiel.

Meine Meinung

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Rezension: “Kalte Haut” von Martin Krist

Worum es geht…

Der Sohn des Berliner Innensenators, der gerade mit seiner Ausländerpolitik für Furore in der Presse sorgt, wird entführt und ein Foltervideo direkt der Presse zugespielt. Dann wird eine Journalistin mit der Aussicht auf Insiderinformationen zu einer anderen Story zu der Leiche gelockt. Zunächst deutet alles auf eine politisch motivierte Tat hin.
Die Kriminalkommissarin Sera Muth und ihr Team ermitteln in diesem Fall und ziehen den Psychologen und Fallanalytiker Dr. Robert Babicz hinzu.
Dieser ist gerade erst nach einem vierjährigen Aufenthalt in den USA, wo er eine Ausbildung zum Profiler machte, in seine Heimatstadt Berlin zurückgekehrt und hat eigentlich schon genug mit seinem Jetlag und alten Beziehungen, die unter seiner plötzlichen Abreise damals gelitten haben, zu tun.
Doch die Art dieses Verbrechens erinnert Dr. Babiecz stark an einen Mörder, an dessen Verhaftung er in den USA maßgeblich beteiligt war. Die Presse nannte ihn den Knochenmann – er häutete seine Opfer. Genau wie es bei dem Politikersohn der Fall ist.
Und dann taucht auch bald ein neues Foltervideo auf…. Weiterlesen

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Rezension: “Flugangst 7A” von Sebastian Fitzek

Flugangst


Titel:
Flugangst 7a
Autor: Sebastian Fitzek
Verlag: Droemer
erschienen am: 25. Oktober 2017
Seiten: 400
ISBN: 978-3426199213
Preis (gebundene Ausgabe): 22,99€ (eBook: 16,99€)

 

Inhalt

Ein Psychiater mit Flugangst ist an Board eines Fluges von Buenos Aires nach Berlin, unterwegs zu seiner hochschwangeren Tochter.
Plötzlich erhält er einen anonymen Anruf. An Bord befindet sich ein psychisch labiler Passagier, noch dazu ein ehemaliger Patient. Er soll diesen gezielt manipulieren, um das Flugzeug zum Absturz zu bringen. Wenn es ihm nicht gelingt, wird seine Tochter sterben…

Meine Meinung

Wenn ein Twist den anderen jagt, man keinem Charakter richtig trauen kann, man schon auf den ersten Seiten merkt, dass etwas ganz und gar nicht stimmt und man am Ende noch immer nicht weiß, was man jetzt genau glauben soll und was da eigentlich wirklich passiert ist, dann weiß man, dass man mal wieder einen typisch fitzek’schen Psychothriller in der Hand hält.

Wie man es bereits von Fitzek kennt, gibt es am Anfang kein großartiges Vorgeplänkel keine ausführlichen Erklärungen sondern man wird direkt mitten in die Handlung geworfen und diese ist von der ersten Seite an spannend. Und auch wenn es doch erstmal ruhiger zugeht, merkt man schon unterschwellig dass da irgendwas nicht stimmt, dass das was man da gerade ließt, nur die trügerische Ruhe vor dem Sturm sein kann, man kann schon ein entferntes Donnergrollen hören und zack geht auch schon der erste Blitz nieder.

Die Story ist im Groben schnell zusammengefasst und enthält trotzdem eine ungemein aktuelle und wichtige Aussage.
Ein Psychiater dessen Flugangst noch nicht genug ist, soll eine ehemalige vermeintlich von ihren Gewaltfantasien geheilte Patientin, die ebenfalls an Bord ist, durch geschickte Manipulation dazu bringen, alte Gelüste wieder aufkeimen zu lassen. Sollte das Flugzeug nicht zum Absturz gebracht werden, wird die schwangere Tochter des Psychiaters sterben. Dass die ganze Geschichte natürlich ganz und gar nicht so einfach ist, sondern man immer wieder alles fest Geglaubte erneut in Frage stellen muss und man niemandem so richtig trauen kann, sollte jedem klar sein, der schonmal einen Thriller von Sebastian Fitzek gelesen hat.

Erzählt wird abwechselnd aus der Sicht des Psychiaters, seiner Tochter und seiner ehemaligen Kollegin, die er in der Hoffnung auf Hilfe ebenfalls kontaktiert hat. Diese Perspektivwechsel tragen zusammen mit Fitzeks einfachem Schreibstil zu einem enormen Erzähltempo bei, das die Spannung, die durch die Story an sich natürlich schon gegeben ist, weiter in die Höhe treibt.

Die Charaktere bleiben für einen Thriller meiner Meinung nach gewöhnlich flach, was mich jedoch nicht gestört hat, da hier auch nicht der Fokus darauf liegt. Die Geschichte der Charaktere ist hier wichtiger als ihre Persönlichkeit und irgendwie unterstützt das die Aussage auch nochmal.
Diese ist im Grunde genommen, was der Klappentext schon sagt: die gefährlichste Waffe ist der Mensch selbst. Kein Sicherheitssystem der Welt ist darauf ausgelegt, einen potentiellen Mörder zu erkennen und auch eine entsprechende psychische Erkrankung muss nicht unbedingt ein Indikator dafür sein, dass ein Mensch tatsächlich gefährlich wird. Denn in diesem Fall soll ein psychisch gesunder (die enorme Flugangst ausgenommen) Psychiater die “Bombe” ja erst zünden. Wer ist zu so etwas fähig, wenn man ihn nur genügend unter Druck setzt? Es würde also nicht einmal ausreichen, wenn ein Sicherheitssystem “gefährliche” Persönlichkeiten erkennt. Denn man weiß nie, wer unter welchen Voraussetzungen erst gefährlich wird.

Das Cover ist mal wieder ein Kunstwerk für sich, weshalb ich hier auch ausnahmsweise schon zum Hardcover gegriffen habe. Hinter dem Fenster befindet sich ein Wackelbild, und je nach Blickwinkel erscheint eine Hand darin und verschwindet wieder.
Die aufwendigen Cover sind offenbar eine neue Tradition des Autors, die mit “Das Paket” ihren Anfang nahm.

Fazit

Wieder mal ein erstklassiger Psychothriller des – meiner Meinung nach – deutschen Meisters dieses Genres, der offenbar den German Wings – Absturz von 2015 zum Anlass nimmt, aktuelle Sicherheitsfragen eingehend zu beleuchten.
Atemlose Spannung ist hier garantiert!

4,5sterne

 

(c) Cover: Droemer

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Rezension: “Böses Kind” von Martin Krist

böseskind

Titel: Böses Kind
Autor: Martin Krist
Verlag: epubli (20. November 2017)
Seiten: 324
ISBN: 978-3745035292
Preis (Taschenbuch): 9,99 € (eBook: 2,99)
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Diesen brandneuen Thriller von Martin Krist habe ich als Vorab-Exemplar erhalten. Vielen Dank lieber Martin!

Klappentext

JEDE LÜGE HAT IHREN PREIS. DIESE WIRD DICH TÖTEN.
Ein Mord mitten in der Hauptstadt. Das Opfer wurde erschlagen und gekreuzigt. Kriminalkommissar Henry Frei und sein Team ermitteln.
Suse, heillos mit ihren Kindern überfordert, seit ihr Mann sie verlassen hat, ist in Panik: Ihre Tochter Jacqueline ist verschwunden. Die alarmierte Polizei glaubt der Mutter kein Wort.
Wo ist Jacqueline? Wer zieht seine blutige Spur durch Berlin? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt!
Der erste Fall für Kommissar Henry Frei.
(Quelle)

Meine Meinung

Wie immer bei diesem Genre, fällt es mir natürlich auch hier sehr schwer, diesen Thriller zu rezensieren, ohne schon zu viel vorwegzunehmen und damit die ungeheure Spannung zu zerstören, die dieses Buch beinhaltet.
Um mal zusammenzufassen, wie spannend dieses Buch ist: Ich habe es an zwei Tagen verschlungen. Hätte ich morgens angefangen, wahrscheinlich an einem.
Es handelt sich hierbei um eine neue Thrillerserie um den Kommissar Henry Frei, der mir schon in diesem ersten Band unglaublich sympathisch wurde!
Insgesamt, sind die Charaktere in diesem Buch unheimlich sympathisch und ja, real menschlich! Das kommt dadurch zum Ausdruck, dass wir auch etwas über das Familienleben der Kommissare, das alles andere als einfach ist, erfahren. So hat Frei z.B. einen Sohn mit Asperger Syndrom, er selbst hat aber auch offenbar so einige Zwangsneuerosen, die ihn seinen Sohn vielleicht umso besser verstehen lassen!
Seine Kollegin Louisa Albers hingegen hat unter den Nachteilen eines Säuglings zu Hause zu leiden und schläft regelmäßig während der Dienstzeit fast ein.
Außerdem erfahren wir etwas über Freis ehemaligen Chef und guten Freund, dessen Tochter vor einigen Jahren verschunden und nie wieder aufgetaucht ist. Der Mann ist daran zerbrochen und hat offensichtlich etwas ziemlich Dummes getan, an dem auch Frei beteiligt war. Der Untertitel Alanna, der Name des verschwundenen Mädchens, lässt darauf schließen, dass diese Geschichte auch in den Folgebänden weiterhin eine Rolle spielen wird.
Ich muss sagen, dass es mir gerade diese Rahmengeschichte angetan hat, der Fall selber, war zwar unglaublich spannend, aber gerade zum Ende seiner Auflösung hin für meinen Geschmack etwas holprig und schnell abgearbeitet.
Die Handlung selber wird abwechselnd aus der Sicht von Frei und der überforderten Mutter Suse erzählt, deren Gefühle und Überforderung unglaublich gut zum Ausdruck gebracht werden. Zudem sind zwischendurch “Intermezzi” eingeschoben, in denen aus der Sicht einer Gefangenen in einem Verließ berichtet wird. Das verleiht der Handlung zusätzliche Spannung, da es unterschiedliche Vermutungen aufkommen lässt, um wen es sich dabei wohl handeln mag.
Zudem gibt es einen Fall, der schon zu Beginn diesen Bandes aufgeklärt scheint. Ein gemeines Cliffhanger am Ende zeigt aber, dass wir wohl im nächsten Band noch mehr darüber erfahren werden.
Der Schreibstil ist sehr schön und flüssig und immer wieder mit einem passenden Soundtrack gespickt. Besonders gut gefällt mir auch, dass Vergangene Gesprächspassagen immer wieder als Gedankenfetzen eingeschoben werden, die Hinweise auf die teilweise scheinbar unbewussten Vorahnungen und Vermutungen der Protagonisten liefern.

Fazit

Sowohl das Ermittlerteam, als auch der unaufgeklärte Fall der vermissten Alanna und die Frage, was Frei damit zu tun hat, haben es mir eindeutig angetan und ich freue mich bereits auf den nächsten Band Stille Schwester. Der schöne Schreibstil machte das lesen unfassbar flüssig und spannend.
Nur mit der letztendlichen Aufklärung des eigentlichen Falls in diesem Band hätte sich der Autor meiner Meinung nach ruhig noch etwas Zeit lassen können. 
Wer gerne einen schnellen und spannenden Thriller lesen möchte und viel Wert auf interessante Protagonisten und gut ausgearbeitete Charaktere legt, dem kann ich diesen auf jeden Fall empfehlen.

Der erste Eindruck:  4Sterne

Die Story:  3sterne

Die Charaktere: 4Sterne
Die Erzähltechnik: 4Sterne
Schreibstil: 4,5sterne

Aussage/Bedeutung:  –
Titel/Cover dieser Ausgabe: 5Sterne

Fazit:   4Sterne  4,1 Sterne!

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Rezension: “Targa – Der Moment, bevor du stirbst” von B.C. Schiller

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Titel: TARGA – Der Moment, bevor du stirbst
AutorIn: B.C. Schiller (Autoren-Duo Barbara und Christian Schiller)
Verlag: Penguin Verlag
erschienen am: 10. Juli 2017
Seiten: 400
ISBN: 978-3328101512
Preis (Taschenbuch): 10,00€ (eBook: 8,99€)

 

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Inhalt

Targa Hendricks ist Undercover-Ermittlerin bei der Polizei und eine absolute Einzelgängerin. Sie hat keine Freunde, keinen Partner und keine Gefühle, also auch keine Angst. Denkt sie zumindest. Ihr neuster Auftrag ist es, einen Serienmörder auf frischer Tat zu überführen. Dafür muss sie ihm ganz nah kommen und sein Vertrauen gewinnen. Dieser Killer ist Falk Sandman, ein attraktiver und charismatischer Hochschuldozent und Hobbytaucher, der auf seinem Blog die letzten Worte Sterbender veröffentlicht. Er ist von diesem Moment, in dem die Luft wegbleibt, dem Moment, kurz vor dem Tod besessen, so sehr dass er immer häufiger selber tötet, um seine Opfer dabei zu beobachten und ihre letzten Worte aufzuzeichnen. Er glaubt in Targa endlich eine Ebenbürtige gefunden zu haben, jemanden, der genauso böse und gefühllos ist wie er.

Meine Meinung

Dieser Thriller macht seiner Genre-Bezeichnung wirklich alle Ehre. An Spannung fehlt es diesem Buch wirklich nicht, was dazu führte, dass die Seiten beim Lesen nur so dahinflogen.
Etwas, das diesen Eindruck jedoch gebremst hat und mich durchweg immer wieder etwas gestört hat, war der für meinen Geschmack sehr einfache und oftmals geradezu plumpe Schreibstil. Dazu trug wahrscheinlich auch die Zeitform Präsens, die die Autoren gewählt haben, bei, die mich immer irgendwie irritiert. Es wirkt auf mich als sollte eine Geschichte damit zwanghaft dramatischer dargestellt werden. Die Dialoge wirkten für mich ebenfalls oft oberflächlich und aufgesetzt. Beschreibungen wurden sehr knapp gehalten, sodass ich auch manchmal Schwierigkeiten hatte, Szenenwechsel nachzuvollziehen. Zwar lässt sich der Thriller so schnell und einfach lesen, mir fehlte jedoch einfach etwas Substanz in der sprachlichen Umsetzung dieser von der Grundidee her wirklich originellen Story.
Was mich ebenfalls von Anfang an irritierte und weshalb die Story für mich stark an Glaubwürdigkeit  einbüßen musste, war die Tatsache, dass die Polizei von Anfang an sicher war, dass Sandman der Killer ist, aber immer wieder, wenn es neue Indizien und Beweise gab, hieß es, dass das noch nicht reiche, nur damit Targa noch weiter – noch näher – an ihn heran musste? Ich hoffe ganz ehrlich, dass niemand einfach frei herumläuft, gegen den man schon so viel in der Hand hat, wenigstens für eine Hausdurchsuchung hätte es doch reichen müssen und dann hätte man ihn sehr schnell überführen können.
Alleine die Figur Targa macht dieses Buch jedoch lesenswert. Insgesamt besticht dieser Thriller durch sehr spannende Charaktere.
Targa wurde als Neugeborenes gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester in einer eiskalten Winternacht vor einer Klinik ausgesetzt – nur sie überlebte. Sie verlor in dieser eisigen Nacht nur einen kleinen Zeh und ihr Herz, wovon sie jedenfalls fest überzeugt ist. Targas Kollege Lundt lebt offenbar in einem Hinterzimmer eines zwielichtigen Lokals und hat selbst eine sehr schwierige Vergangenheit, von der wir aber noch nicht viel erfahren. Ja und dann gibt es da noch Carlos Schmidt, einen Insassen im Hochsicherheits-Gefängnis, der regelmäßig mit jemandem skypen darf…Hier wird man lange auf die Folter gespannt, bis man erfährt, was dieser Erzählstrang mit der restlichen Geschichte zu tun hat. Die Erzählperspektive springt immer zwischen Targa, Falk Sandmann und Carlos Schmidt hin und her, was der Story viele Facetten verleiht und dadurch einen guten Spannungsbogen aufbaut. Die Spannung beruht aber nicht wie bei den meisten Thrillern auf der unbekannten Gefahr, die hinter jeder Ecke lauert, sondern auf diesem Katz- und Maus Spiel zwischen Targa und Sandman. Dieser ständigen Frage, wie weit sich Targa auf ihn einlassen kann, ohne eine gefährliche Grenze zu überschreiten und inwiefern Sandman ihr wirklich vertraut…
Auch das Thema an sich ist sehr interessant: Ein Mörder auf der Jagd nach diesem Augenblick kurz vor dem Tod seines Opfers und den berühmten letzten Worten. Das ist irgendwie pervers, unheimlich und originell…Alleine bei diesem Namen “Sandman” sträuben sich mir die Nackenhaare. Immerhin sieht er seinen Opfern beim Sterben zu…bringt ihnen nicht den Schlaf sondern den Tod…

Fazit

Trotz einiger Schwächen ist “Targa – der Moment, bevor du Stirbst” ein unterhaltsamer Thriller und überzeugt vor allem durch seine interessanten Charaktere. Richtig umgehauen hat er mich jedoch nicht.
Als Auftakt zu einer neuen Thriller-Reihe macht er aber auf jeden Fall Lust auf mehr, denn gerade Targas Geschichte endet mit einem dramatischen Cliffhanger. Ich möchte unbedingt wissen, wie es mit dieser interessanten Protagonistin weitergeht und freue mich schon auf den Folgeband.

Der erste Eindruck:  3,5Sterne
Die Story:  4Sterne
Die Charaktere: 4,5sterne
Die Erzähltechnik: 4Sterne
Schreibstil: 3sterne
Aussage:  –
Titel/Cover dieser Ausgabe: 4Sterne

Fazit: 3,5Sterne   3,8 Sterne!

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Ich bedanke mich vielmals beim Blogger-Portal und dem Penguin Verlag!

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Rezension: “Good as Gone” von Amy Gentry

Good as Gone von Amy Gentry
Titel: Good as Gone
Autorin: Amy Gentry
Übersetzung: Astrid Arz
Verlag: C.Bertelsmann
Erschienen am: 27. Februar 2017
Originalverlag: Houghton Mifflin Harcourt, Boston 2016
Seitenzahl: 320 Seiten
ISBN: 978-3-570-10323-4
Preis (broschiert): 12,99€ (eBook: 9,99€)

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Inhalt

Julie ist dreizehn als sie entführt wird. Ihre jüngere Schwester Jane ist die einzige Augenzeugin. Im Wandschrank versteckt und vor Angst erstarrt beobachtet sie das Geschehen. Acht Jahre lebt die Familie in Ungewissheit, natürlich wissen sie, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass Julie noch lebt. Immerhin sagen alle Kriminalstatistiken dass die Chancen, ein Entführungsopfer lebend wiederzufinden, bereits nach 24 Stunden drastisch sinken. Doch allen Statistiken zum Trotz steht acht Jahre später plötzlich eine Junge Frau vor der Tür: Julie! Ihre Eltern Anna und Tom können ihr Glück kaum fassen. Bis bei Anna die ersten Zweifel an der Identität der jungen Frau, die sich als ihre Tochter ausgibt, aufkommen. Julie lügt, geht nicht zu ihren Therapiesitzungen und sind ihre Gesichtszüge nicht doch irgendwie fremd?

Meine Meinung

Ich habe lange überlegt, ob ich dieses Buch lesen soll. Die vielen Rezensionen zahlreicher Leser, die nach dem Klappentext enttäuscht vom tatsächlichen Inhalt waren, haben mich zunächst davon abgehalten. Deswegen freue ich mich umso mehr, dass ich mich dazu entschieden habe, es doch zu lesen. Denn es hat meine Erwartungen, besonders nachdem ich die vielen negativen Bewertungen gelesen habe, deutlich übertroffen.

Ich war von der ersten Seite an gefesselt. Man ist sehr schnell mitten im Geschehen. Als Julie bereits nach etwa zwanzig Seiten schon auftaucht, dachte ich sogar “Halt, das geht doch alles zu schnell!”. Aber dem war nicht so. Die Familie versucht sich langsam wieder aneinander zu gewöhnen, während vor allem die Eltern Tom und Anna natürlich gerne alles darüber wissen wollen, was ihrer Tochter zugestoßen ist und sich andererseits nicht trauen, danach zu fragen, um ihre gerade gerettete Tochter nicht direkt erneut zu traumatisieren und sich vielleicht auch selbst die schlimmsten Vorstellungen zu ersparen. Da kam bei mir sehr schnell der Verdacht auf, dass an Julies Geschichte etwas nicht stimmen kann. Sie erzählt etwas von Menschenhandel und einem mexikanischen Gangsterboss mit riesigem Anwesen und die Eltern nehmen das einfach so hin, weil sie lieber nicht weiter nachfragen wollen. Was ja auch aus psychologischer Sicht erstmal durchaus verständlich ist. Als dann irgendwann auffällt, dass Julie bei Kleinigkeiten gelogen hat und ihre teuren Therapiesitzungen ausfallen lässt, kommen bei Anna erste Bedenken auf. Bald darauf kontaktiert sie ein Privatdetektiv, der damals als Julie entführt wurde noch bei der Polizei arbeitete, und macht sie auf einen anderen Vermisstenfall und eine junge Frau in einem Youtube-Video aufmerksam, die der “Julie”, die vor kurzem wieder bei Anna und Tom auftauchte, ziemlich ähnlich sieht und schon beginnt die Auflösung…aber anders als ich dachte!
An diesem Punkt dachte ich wieder einmal, dass das alles viel zu schnell geht und meine Vermutung viel zu schnell bestätigt wurde, denn das alles geschieht in den ersten hundert Seiten.
Doch dann setzten immer mehr Perspektivwechsel zwischen bisher offenbar unbekannten Charakteren ein, die sich langsam, rückwärts erzählt, immer weiter zu einer meiner Meinung nach genialen Konstriktion zusammenweben. Dieser Erzählaufbau machte das Buch für mich zu etwas wirklich Besonderem!

Julies Charakter, oder der Person von der wir erst einmal annehmen, dass es Julie ist, ist sehr tiefgründig und wird auch aus psychologischer Sicht sehr gut beleuchtet. Die anderen Charaktere, vor allem Anna und Tom blieben mir persönlich etwas zu oberflächlich und vor allem Anna war mir durchweg unsympathisch. Das ist für mich normalerweise kein Grund zur Kritik, aber hier kam diese fehlende Sympathie für mich dadurch auf, dass sie für mich so teilnahmslos und irgendwie kalt wirkte angesichts der Entführung und des Wiederauftauchens ihrer Tochter und auch gegenüber ihrer anderen Tochter. Und das war sie eigentlich nicht, wie durch ihr Trinkverhalten nach der Entführung und ihrer Reaktion bei der Rückkehr ihrer Tochter veranschaulicht werden soll. Das kam für mich aber einfach nicht so rüber. Andererseits soll sie auch eher die etwas unterkühlte Karriere-Mutter darstellen. Tom hingegen ist der liebevolle Elternteil, der immer nur nett und verständnisvoll ist und offenbar für die familiäre Atmosphäre zuständig ist. Sein Charakter wird aber tatsächlich nur angekratzt…Hinter Janes Stirn konnte man kaum blicken. Nicht einmal, ob sie sich wirklich aufrichtig freut, dass ihre Schwester wieder da ist, oder ob auch sie eventuell Zweifel an ihrer Identität hegt wird hier besonders deutlich.

Der Schreibstil ist angenehm leicht und flüssig und dennoch sehr bildhaft und oft spielerisch, womit er das, worum es in dem Buch geht, an vielen Stellen gut unterstreicht: Die Identität und was sie ausmacht. Der Titel passt ebenso sehr gut zur Thematik. Mehr möchte ich dazu an dieser Stelle nicht sagen.
Der Aufbau der Erzählung ist hingegen erst einmal verwirrend und oftmals nicht ganz einfach, was den Lesefluss hin und wieder etwas beeinträchtigt. Doch gerade dadurch entwickelte sich die Spannung sehr gut. Ich wollte unbedingt wissen, was das am Ende alles zu bedeuten hat. Und ich muss sagen, dass dieser Aufbau rückblickend betrachtet perfekt gewählt ist.

Fazit

Ein Thriller, den ich stellenweise fast lieber als sehr gut konstruiertes Familiendrama bezeichnen würde. An Spannung fehlt es ihm dank zahlreicher Twists und falscher Fährten dennoch nicht. Amy Gentry baut mit rasantem Tempo eine unglaubliche Konstruktion auf, die wunderbar spannend und auch auf psychologischer Ebene interessant mit der Grundthematik der Identität spielt.

 

Der erste Eindruck:  4,5sterne
Die Story:  5Sterne
Die Charaktere: 4Sterne
Die Erzähltechnik: 5Sterne
Schreibstil: 4Sterne
Aussage:  4Sterne
Titel/Cover dieser Ausgabe: 5Sterne

Fazit:  4,5sterne4,5 Sterne!

 

Das Buch wurde mir freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank an das Blogger-Portal und den C.Bertelsmann Verlag!

 

 

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“Ladies Crime Night XXL” der Crime Cologne am 29.09.2017 – Mein Eindruck

Gestern Abend öffnete die Bastei Lübbe in Köln-Mülheim ihre Pforten für die “Ladies Crime Night XXL” im Rahmen der Crime Cologne.

Die Krimi-Autorinnen Simone Buchholz, Gisa Klönne und Romy Fölck stellten ihre neusten Kriminalromane vor und unterhielten sich, moderiert von Margarete von Schwarzkopf, über das Krimi-Genre, das Schreiben und die Entwicklung ihrer Protagonisten.

Direkt zu Beginn wurde auf die Geschichte des Kriminalromans eingegangen, der seine Ursprünge ja in Großbritannien hat. Die sogenannten Mystery Novels wie Arthur Conan Doyles Sherlock Holmes oder Agatha Christies Romane, waren da schon früh als – ich nenne es mal “vollwertige” Literatur – anerkannt, während Krimis in Deutschland lange nur in die “Unterhaltungs-Ecke” gedrängt wurde. Und unterhaltsam passte in Deutschland irgendwie nicht mit intellektuell zusammen. Der Krimi gehörte lange nur zur Trivial-Literatur. Bloß “unterhaltsam” zu sein, sei in Deutschland ein Urteil, das Autoren nicht gerne in Feuilletons über ihre Bücher lesen würden…

Ich fand das sehr interessant, da auch für mich Krimis immer vor allem unterhaltsam sein müssen – richtig schön spannend eben.
Aber Krimis sind heute viel mehr als das und das war das Thema, um das sich das weitere Gespräch drehte. Es ginge in heutigen Kriminalromanen nicht mehr nur um die ultimative Krimi-Frage “Who dunnit?” sondern vielmehr “What happend?” und vor allem “Why?”. Die Figuren rücken in den Vordergrund. Es sind oft gebrochene Charaktere. Dabei viel mir auf, dass ich tatsächlich mittlerweile bei Kriminalromanen immer häufiger von den tiefgründigen und authentischen Charakteren begeistert bin. Das traf auch auf den letzten Krimi, den ich gelesen habe zu: “Totenweg” von der gestern ebenfalls anwesenden Romy Fölck (zur Rezension).

Es ginge bei Krimis darum, die Charaktere stolpern zu lassen, sie Extremsituationen auszusetzen und ihre Reaktion darauf zu beleuchten. Das hob Simone Buchholz hervor und erklärte daher abschließend, dass es wichtig für einen Krimi-Charakter sei, dass er auch stolpern könne. Es muss sich also um einen Charakter handeln der Abgründe hat und dann, so empfiehlt sie, müsse man ihn noch schubsen.

Ich fand den Abend insgesamt sehr inspirierend, da ich merkte, dass ich noch nie so richtig über dieses Genre, das zweifelsohne zu meinen Lieblingsgenres gehört, nachgedacht habe. Was es bedeutet, einen Krimi zu schreiben, auf was man achten muss und was vor allem heutzutage alles dazugehört. Es ist nämlich nicht mehr einfach nur der Weg zur Antwort auf die Frage Who dunnit?
Es werden dunkle Ecken der Gesellschaft, die Abgründe der Menschen, familiäre Strukturen und vieles mehr ausgeleuchtet. Es geht um moralische Entscheidungen und Bewertungen. Ich war lange der Ansicht, ein Krimi brauche keine Aussage, da es einfach um ein Verbrechen geht, das aufgeklärt wird. Eine Geschichte mit dem Zweck der spannenden Unterhaltung.
Motive waren lange nur ein Hinweis auf den Täter, aber jetzt rücken diese Motive in den Vordergrund. Der Krimi endet nicht mit der Antwort auf die Frage Wer war’s? Die Motive spiegeln psychologische Abgründe, moralische Debatten und gesellschaftskritische Themen. Außerdem bietet ein Kriminalroman eine perfekte Grundlage um tiefgründige Charaktere zu erschaffen, da sie hier unweigerlich mit existenziellen Problemen konfrontiert werden. Themen wie Leben, Tod, Liebe, Leidenschaft, Trauer, Rache, Angst, Verzweiflung sind in fast jedem Roman dieses Genres anzutreffen. Dass man daraus durchaus tiefgründige Literatur erschaffen kann, ist eigentlich nicht verwunderlich.

Die Veranstaltung hat mir einen ganz anderen Blick auf das große Feld der Kriminalromane gegeben auf Dinge, die ich lange schon wahrgenommen, aber nie so sehr auf eine Entwicklung eines literarischen Genres bezogen habe. Es war zudem unglaublich interessant zu erfahren, wie die Autorinnen ihre Protagonistinnen gewählt haben, wie diese sich entwickelten und wie sie immer mehr mit ihnen zusammengewachsen sind.

Ich war auf jeden Fall begeistert und werde sicherlich nächstes Jahr wieder auf einige Veranstaltungen der Crime Cologne gehen.

Ich möchte euch noch kurz die neusten Bücher der gestern anwesenden Autorinnen vorstellen. “Totenweg” von Romy Fölck habe ich ja bereits gelesen und nun auch Lust auf die Reihen von Simone Buchholz und Gisa Klönne bekommen :)

“Totenweg” – Romy Fölck

Totenweg


Titel:
 Totenweg
Autorin: Romy Fölck
Verlag: Weltbild Premiere (Originalausgabe: Bastei Lübbe ab dem 23. Februar 2018 erhältlich)
erschienen am:  05.01.2017
Seiten: 382
ISBN: 978-3-95973-259-8
Preis: 10,99 €
Hier geht’s zum Buch. …und hier nochmal zu meiner Rezension!

Klappentext
In einer Herbstnacht wird der Vater der Polizistin Frida brutal niedergeschlagen und liegt im Koma. Ein Mordanschlag?  Sie kehrt in ihr Heimatdorf in der Elbmarsch zurück, auf den Obsthof ihrer Eltern, mit denen sie kaum Kontakt hat. Auf dem Hof trifft sie Kriminalhauptkommissar Haverkorn wieder. Beinahe zwanzig Jahre sind seit ihrer letzten Begegnung vergangen, seit dem Mord an Fridas bester Freundin Marit, die im alten Viehstall am »Totenweg« erdrosselt wurde. Der Täter wurde nie gefunden.  Frida fällt die Rückkehr ins Dorf fällt schwer: die Herbststürme, die Abgeschiedenheit, das Landleben zwischen Deichen, Marsch und Reetdachhäusern. Ihre alte Schuld scheint sie hier zu erdrücken: dass sie Marits Mörder kennt, aber niemandem davon erzählte …

“Beton Rouge” – Simone Buchholz

betonr
Titel: Beton Rouge
Autorin: Simone Buchholz
Verlag: Suhrkamp
erschienen am: 07.08.2017
Seiten: 227
ISBN:  978-3518467855
Preis: 14,95 € (Broschiert)

Hier geht’s zum Buch.

 

Klappentext
Ein scheinbar Irrer sperrt mitten in Hamburg Manager nackt in Käfige, und Staatsanwältin Chastity Riley, die von ihren Chefs hin und wieder von der Leine gelassen wird, muss ran. Ihre Ermittlungen führen sie in die Welt der Verlagshäuser und Kaderschmieden. Ihr Freundeskreis führt sie in den Wahnsinn, denn ausgerechnet die paar Menschen, die ihr im Leben Halt geben, erweisen sich plötzlich durch die Bank als wankelmütige Gesellen.
Ein ungewöhnlich warmer Septembermorgen auf St. Pauli. Der Regen der letzten Nacht ist noch nicht verdunstet, und vor dem Gebäude eines großen Zeitschriftenverlags steht ein Käfig, darin der Chef der Personalabteilung. Nackt, bewusstlos und offensichtlich misshandelt. Drei Tage später steht der nächste Käfig vorm Verlag, diesmal liegt der Geschäftsführer drin. Riley und ihr neuer, undurchsichtiger Kollege Stepanovic glauben zunächst an einen Racheakt der Verlagsmitarbeiter – seit Jahren werden Leute entlassen, während sich die Führungskräfte dicke Boni in die Taschen stopfen. Als dann ans Licht kommt, dass alle drei Opfer nicht nur ihr Status, sondern auch eine mehr als zweifelhafte Vergangenheit verbindet, verschwindet der Vorstandsvorsitzende …

“Die Toten, die uns suchen (Judith Krieger-Krimis, Band 6)” – Gisa Klönne

DietotenKlönne


Titel:
 Die Toten, die dich suchen (Judith Krieger-Krimis Bd. 6)
Autorin: Gisa Klönne
Verlag: Piper
erscheint am: 02.10.2017
Seiten: 432
ISBN:  978-3492312233
Preis: 10,00€ (Taschenbuch)

Hier geht’s zum Buch.

 

Klappentext
Keine Toten mehr! Mit diesem Vorsatz kehrt Hauptkommissarin Judith Krieger nach Köln zurück. Als Chefin der Vermisstenfahndung, nicht mehr als Mordermittlerin. Doch gleich der erste Tag führt sie zum Schauplatz eines grausamen Mordes an einem seit Wochen verschwundenen Mann. Die Jagd nach dem Täter bringt Judith an die Grenzen der Legalität und auf die Spur einer zweiten Vermissten. Ist die junge Kolumbianerin Inez ein weiteres Opfer oder eine eiskalte Rächerin? Schritt für Schritt enthüllt Judith Krieger eine dramatische Geschichte von Flucht, Vertreibung, Gewalt und betrogener Sehnsucht …

 

Alle drei Autorinnen waren mir auf Anhieb sympathisch und konnten mich mit ihrer Faszination für abgründige Charaktere und für das unglaublich breite und abwechslungsreiche Krimi-Genre absolut mitreißen!

Lest ihr auch so gerne Kriminalromane wie ich? Was sind eure Lieblingskrimis?

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Rezension: “Totenweg” von Romy Fölck

Totenweg

Titel: Totenweg
Autorin: Romy Fölck
Verlag: Weltbild Premiere (Originalausgabe: BasteiLübbe)
erschienen am:  05.01.2017
Seiten: 382
ISBN: 978-3-95973-259-8
Preis: 10,99 €

Hier geht’s zum Buch.

 

Inhalt

Als sie die Nachricht erreicht, dass ihr Vater nachts brutal niedergeschlagen wurde und im Krankenhaus ums Überleben kämpft, sieht die junge Polizistin und angehende Kommissarin Frida Paulsen sich gezwungen, in die Heimat in der Elbmarsch zurückzukehren und sich somit den Dämonen ihrer Vergangenheit zu stellen. Mit 14 Jahren war sie damals auf ein Internat geschickt worden, kurz nachdem ihre beste Freundin ermordet worden war. Was niemand weiß ist, dass sie damals nicht alles erzählt hatte, was sie wusste. Denn sie kennt den Mörder…
Auch Kriminalkommissar Haverkorn, der damals in dem Fall ermittelte, kehrt nach Deichgraben zurück, um die neusten Geschehnisse zu untersuchen. Auch ihn hat dieser ungelöste Fall niemals losgelassen.
Aber nicht alle Dorfbewohner scheinen sich über Fridas Rückkehr auf den elterlichen Hof zu freuen…

Meine Meinung

Von der ersten Seite an konnte mich dieser Krimi fesseln. Wären nicht lästige Alltagsverpflichtungen gewesen, hätte ich ihn sicher in einem Rutsch durchgelesen.

Die Story ist gut durchdacht und schlüssig und ich muss zugeben, dass ich zwischenzeitlich lange auf der falschen Fährte war.

Besonders hervorzuheben sind für mich, die für einen Krimi sehr schön ausgearbeiteten Charaktere. Mit Frida konnte ich mich sehr gut identifizieren und ihre Zerrissenheit zwischen der Ablehnung und der Zuneigung zur alten Heimat und ihrer Familie spüren. Dass alle Charaktere durch den alten „Cold Case“ schon eine lange gemeinsame Geschichte haben hat dazu beigetragen, die Beziehungen, Eigenheiten und Gefühle der Dorfbewohner zu verstehen.
Auch Haverkorn ist ein interessanter Charakter, den der ungelöste Fall von damals immer noch innerlich auffrisst und sein Leben noch immer irgendwie im Griff hat.

Neben den Charakteren überzeugte mich dieses Buch auch durch die sehr eindrückliche Atmosphäre des kleinen Dorfes in der herbstlichen Elbmarsch. Sie ist schön düster und passt daher sehr gut zur Story und zu den Gefühlen der Protagonisten. Die heruntergekommenen Höfe, die weiten Felder und das nass-kalt-dunkle Herbstwetter…

Die Perspektivwechsel zwischen Frida und Haverkorn sowie zusätzliche Charaktere, die nicht direkt etwas mit dem Geschehen zu tun haben wie Fridas Internatskollegin Jo, verleihen den Charakteren meiner Meinung nach eine zusätzliche Tiefe. Sie erklären neben den spannenden eingeschobenen Rückblenden, wie sich die Protagonisten seit der ersten Begegnung verändert und was sie durchgemacht haben, was sie zu dem gemacht haben, wer sie sind.

Die Dialoge und auch die Entwicklungen der Story fand ich manchmal etwas holprig und schnell. Es werden Themen angesprochen, die seit fast zwanzig Jahren und teilweise länger verheimlicht wurden. Da wirkte es für mich manchmal etwas unglaubwürdig, dass die Charaktere nun so plötzlich damit herausplatzen sollten.

Abgesehen von den teilweise etwas zu “einfachen” Dialogen, gefielen mir Schreib- und Erzählstil aber gut. Sie sind flüssig und leicht zu lesen, sodass dieses Buch für mich ein absoluter Page-Turner war. Die düstere Atmosphäre, war für mich richtig spürbar.

Obwohl ich finde, dass man bei einem klassischen Krimi, keine großartige Aussage braucht, fasste die Protagonistin diese für mich in einem Satz ganz gut zusammen:

„Jede Familie hat ihre Schatten.“

Wie die Familien damit umgehen, ist für Außenstehende oft nicht ganz verständlich und so ging es auch mir hier manchmal. Moralische Entscheidungen bekommen im familiären Umfeld halt oft andere Gewichtungen…

Das Cover entspricht für mich dem typischen Heimat-Krimi. Ich finde es daher nicht herausragend. Ich mag’s lieber düster und schlicht. Es ist mir irgendwie zu bunt…und fängt für mich nicht annähernd die Atmosphäre ein mit der mich das Buch überzeugt hat – ich beziehe mich hier auf die Weltbild-Ausgabe, das Cover der BasteiLübbe-Ausgabe finde ich deutlich passender!

Fazit

Ein schöner Krimi für dunkle Herbsttage, der mich besonders durch seine intensive Atmosphäre und die interessanten und authentischen Charaktere überzeugen konnte.
Wer klassische Krimis mag, wird hier sicher nicht enttäuscht werden!
Ich mochte Frida und Haverkorn so sehr, dass ich mir gut weitere Krimis mit den beiden Protagonisten vorstellen könnte. Ich würde sie auf jeden Fall lesen!

 

Der erste Eindruck: 5Sterne
Die Story: 4Sterne
Die Charaktere: 5Sterne
Die Erzähltechnik: 4,5sterne
Schreibstil: 4Sterne
Aussage:  4Sterne
Titel/Cover dieser Ausgabe: 3,5Sterne

Fazit: 4,5sterne4,3 Sterne!

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