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Rezension: “Targa – Der Moment, bevor du stirbst” von B.C. Schiller

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Titel: TARGA – Der Moment, bevor du stirbst
AutorIn: B.C. Schiller (Autoren-Duo Barbara und Christian Schiller)
Verlag: Penguin Verlag
erschienen am: 10. Juli 2017
Seiten: 400
ISBN: 978-3328101512
Preis (Taschenbuch): 10,00€ (eBook: 8,99€)

 

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Inhalt

Targa Hendricks ist Undercover-Ermittlerin bei der Polizei und eine absolute Einzelgängerin. Sie hat keine Freunde, keinen Partner und keine Gefühle, also auch keine Angst. Denkt sie zumindest. Ihr neuster Auftrag ist es, einen Serienmörder auf frischer Tat zu überführen. Dafür muss sie ihm ganz nah kommen und sein Vertrauen gewinnen. Dieser Killer ist Falk Sandman, ein attraktiver und charismatischer Hochschuldozent und Hobbytaucher, der auf seinem Blog die letzten Worte Sterbender veröffentlicht. Er ist von diesem Moment, in dem die Luft wegbleibt, dem Moment, kurz vor dem Tod besessen, so sehr dass er immer häufiger selber tötet, um seine Opfer dabei zu beobachten und ihre letzten Worte aufzuzeichnen. Er glaubt in Targa endlich eine Ebenbürtige gefunden zu haben, jemanden, der genauso böse und gefühllos ist wie er.

Meine Meinung

Dieser Thriller macht seiner Genre-Bezeichnung wirklich alle Ehre. An Spannung fehlt es diesem Buch wirklich nicht, was dazu führte, dass die Seiten beim Lesen nur so dahinflogen.
Etwas, das diesen Eindruck jedoch gebremst hat und mich durchweg immer wieder etwas gestört hat, war der für meinen Geschmack sehr einfache und oftmals geradezu plumpe Schreibstil. Dazu trug wahrscheinlich auch die Zeitform Präsens, die die Autoren gewählt haben, bei, die mich immer irgendwie irritiert. Es wirkt auf mich als sollte eine Geschichte damit zwanghaft dramatischer dargestellt werden. Die Dialoge wirkten für mich ebenfalls oft oberflächlich und aufgesetzt. Beschreibungen wurden sehr knapp gehalten, sodass ich auch manchmal Schwierigkeiten hatte, Szenenwechsel nachzuvollziehen. Zwar lässt sich der Thriller so schnell und einfach lesen, mir fehlte jedoch einfach etwas Substanz in der sprachlichen Umsetzung dieser von der Grundidee her wirklich originellen Story.
Was mich ebenfalls von Anfang an irritierte und weshalb die Story für mich stark an Glaubwürdigkeit  einbüßen musste, war die Tatsache, dass die Polizei von Anfang an sicher war, dass Sandman der Killer ist, aber immer wieder, wenn es neue Indizien und Beweise gab, hieß es, dass das noch nicht reiche, nur damit Targa noch weiter – noch näher – an ihn heran musste? Ich hoffe ganz ehrlich, dass niemand einfach frei herumläuft, gegen den man schon so viel in der Hand hat, wenigstens für eine Hausdurchsuchung hätte es doch reichen müssen und dann hätte man ihn sehr schnell überführen können.
Alleine die Figur Targa macht dieses Buch jedoch lesenswert. Insgesamt besticht dieser Thriller durch sehr spannende Charaktere.
Targa wurde als Neugeborenes gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester in einer eiskalten Winternacht vor einer Klinik ausgesetzt – nur sie überlebte. Sie verlor in dieser eisigen Nacht nur einen kleinen Zeh und ihr Herz, wovon sie jedenfalls fest überzeugt ist. Targas Kollege Lundt lebt offenbar in einem Hinterzimmer eines zwielichtigen Lokals und hat selbst eine sehr schwierige Vergangenheit, von der wir aber noch nicht viel erfahren. Ja und dann gibt es da noch Carlos Schmidt, einen Insassen im Hochsicherheits-Gefängnis, der regelmäßig mit jemandem skypen darf…Hier wird man lange auf die Folter gespannt, bis man erfährt, was dieser Erzählstrang mit der restlichen Geschichte zu tun hat. Die Erzählperspektive springt immer zwischen Targa, Falk Sandmann und Carlos Schmidt hin und her, was der Story viele Facetten verleiht und dadurch einen guten Spannungsbogen aufbaut. Die Spannung beruht aber nicht wie bei den meisten Thrillern auf der unbekannten Gefahr, die hinter jeder Ecke lauert, sondern auf diesem Katz- und Maus Spiel zwischen Targa und Sandman. Dieser ständigen Frage, wie weit sich Targa auf ihn einlassen kann, ohne eine gefährliche Grenze zu überschreiten und inwiefern Sandman ihr wirklich vertraut…
Auch das Thema an sich ist sehr interessant: Ein Mörder auf der Jagd nach diesem Augenblick kurz vor dem Tod seines Opfers und den berühmten letzten Worten. Das ist irgendwie pervers, unheimlich und originell…Alleine bei diesem Namen “Sandman” sträuben sich mir die Nackenhaare. Immerhin sieht er seinen Opfern beim Sterben zu…bringt ihnen nicht den Schlaf sondern den Tod…

Fazit

Trotz einiger Schwächen ist “Targa – der Moment, bevor du Stirbst” ein unterhaltsamer Thriller und überzeugt vor allem durch seine interessanten Charaktere. Richtig umgehauen hat er mich jedoch nicht.
Als Auftakt zu einer neuen Thriller-Reihe macht er aber auf jeden Fall Lust auf mehr, denn gerade Targas Geschichte endet mit einem dramatischen Cliffhanger. Ich möchte unbedingt wissen, wie es mit dieser interessanten Protagonistin weitergeht und freue mich schon auf den Folgeband.

Der erste Eindruck:  3,5Sterne
Die Story:  4Sterne
Die Charaktere: 4,5sterne
Die Erzähltechnik: 4Sterne
Schreibstil: 3sterne
Aussage:  –
Titel/Cover dieser Ausgabe: 4Sterne

Fazit: 3,5Sterne   3,8 Sterne!

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Ich bedanke mich vielmals beim Blogger-Portal und dem Penguin Verlag!

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