Ricy's Reading Corner

Bücher. Serien. Musik & mehr

Schlagwort: Roman (Seite 1 von 2)

[Rezension] “Walkaway” – Cory Doctorow

Da Walkaway auf dem Klappentext als “die große Utopie des 21. Jahrhunderts” angekündigt wird, hatte ich entsprechend hohe Erwartungen an diesen dicken Wälzer. Ich liebe es, über mögliche zukünftige Gesellschaftsformen nachzudenken und nachdem ich im November “Utopia” von Thomas Morus, die erste Utopie der Neuzeit, gelesen hatte, war ich nun sehr gespannt, wie Doctorow sich unsere Zukunft und eine “bessere Gesellschaft” ausgemalt hat.

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[Rezension] “Das weiße Schloss” von Christian Dittloff

Von Christian Dittloffs Debütroman Das weiße Schloss habe ich auf Instagram erfahren, obwohl ich sagen muss das es dort definitiv nicht so präsent und gehyped ist wie manch andere Bücher. Ich hoffe, das ändert sich noch, denn dieses Buch hat es verdient! Als ich dann den Klappentext gelesen habe, wusste ich sofort, dass ich es lesen muss.

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[Rezension] Die Vergessenen von Ellen Sandberg

Dieses Buch ist keine leichte Kost und dennoch spannend und mitreißend. Es regt zum Nachdenken und zur Selbstreflexion an: Wie würde ich in einer solchen Situation handeln? Das fragt man sich immer wieder. Doch dieses Thema, welches im ganzen Grauen, das das dritte Reich mit sich brachte und vor allem in der heutigen Diskussion, meist eher eine untergeordnete Rolle spielt, über welches viel zu selten gesprochen wird, ist hier in einem spannenden Roman verpackt, der es einem kaum möglich macht, ihn zwischendurch mal aus der Hand zu legen und mit der Frage nach Gerechtigkeit, nicht selten ein wütendes Gefühl im Bauch hinterlässt.

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Rezension: “The Time Machine” von H.G. Wells

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Titel: The Time Machine
dt. Titel: Die Zeitmaschine
Autor: H.G. Wells
Verlag: Penguin English Library
ursprünglich erschienen: 1895
Seiten: 105
ISBN: 9780141199344
Preis: 8,95 €

 

 

 

“I grieved to think how brief human intellect had been. It had comimitted suicide […] It’s a law of nature, we overlook, that intellectual versatility is the compensation for change, danger and trouble.” The Time-Machine, S. 83

Inhalt

Der namenlose Ich-Erzähler der Rahmenhandlung ist gemeinsam mit einigen anderen Personen zum Abendessen im Haus des sogenannten Time Travellers. Nach einer kurzen Diskussion zum Thema Dimensionen und darüber, dass die Zeit eigentlich nur eine zusätzliche Dimension zum Raum darstellt, berichtet dieser, dass er es geschafft habe, eine Zeitmaschine zu entwickeln und zeigt seinen Gästen ein Miniaturmodell. Er startet diese Mini-Maschine, die daraufhin verschwindet. Sie sei in die Zukunft gereist.
Alle glauben zunächst an einen Trick.

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Rezension: “Leere Herzen” von Juli Zeh

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Titel: Leere Herzen
Autorin: Juli Zeh
Verlag: Luchterhand Literaturverlag (erschienen am 13. November 2017)
Seiten: 352
ISBN: 978-3630875231
Preis (gebundene Ausgabe): 20,00€ (eBook: 15,99€)

Rezensionsexemplar**
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“In einer Welt, in der sich die, denen es am besten geht, am beschissensten fühlen, ist etwas grundverkehrt.” (S. 107)

Inhalt

Die Handlung dreht sich um die Protagonistin Britta, die in einem Deutschland der Zukunft einem ganz besonderen Job nachgeht…
Im Jahr 2025 ist die Besorgte Bürger Bewegung an der Macht und schafft Stück für Stück die Demokratie ab. Die wenigsten kümmern sich großartig darum und noch weniger würden in Erwägung ziehen, etwas dagegen zu tun, wie z.B. wählen zu gehen.
Es gibt ein bedingungsloses Grundeinkommen, sodass es kaum noch normale Angestellte gibt, sondern sich die meisten mit irgendwelchen Ideen selbstständig gemacht haben. Erfolgreich sein müssen sie ja damit nicht, was auch gut so ist, denn richtige Ziele hat kaum einer mehr. Die allgemein verbreitete Gleichgültigkeit lässt sich am besten mit den Worten von Brittas bester Freundin auszudrücken: “Ich genieße es in vollen Zügen, dass mich die allermeisten Dinge nichts angehen.” (S. 155)
Irgendwie bedrückend, denkt man sich da. Ja, nicht jeder kann das ganze so positiv sehen wie Brittas Freundin. Manche sind sogar so deprimiert, dass sie diesem Leben ein Ende setzen wollen. Da kommt Brittas Psychotherapiepraxis ” Die Brücke” ins Spiel, die sie mit ihrem besten Freund Babak gegründet hat. Sie haben ein Programm für Selbstmordgefährdete entwickelt, welches auf der Konfrontationsmethode beruht und die allermeisten am Schluss doch von ihrem Plan abbringt und “geheilt” zurück in die Welt entlässt. Doch manche Teilnehmer lassen sich nicht belehren. Diese werden dann von Britta und Babak an Terrororganisationen vermittelt, um für einen höheren Zweck zu sterben. Ein ziemlich lukratives Geschäft.
Doch dann passiert ein Terroranschlag, mit dem die Brücke nichts zu tun hat. Gibt es Konkurrenz auf dem Markt?

Meine Meinung

Leere Herzen ist mein zweiter Juli Zeh – Roman. Ich habe ihn direkt im Anschluss an Unterleuten gelesen.
Was soll ich sagen, der Klappentext hat mich sofort fasziniert. Ich kann es nicht oft genug sagen, ich liebe skurrile und auch bedrückende Zukunftsvisionen und diese makabre Geschäftsidee fand ich einfach so originell, dass ich den Roman lesen musste.
Man wird ziemlich schnell in die Handlung geworfen, erfährt, was die Brücke ist und dann passiert auch schon der Terroranschlag, der Brittas solides Geschäft gehörig ins Wanken bringt.
Der trockene, sehr sarkastische Schreibstil, mit dem Juli Zeh unsere paradoxe Gesellschaft auf den Punkt bringt hat mir sehr gut gefallen. Insgesamt ließ sich der Roman dadurch schnell und flüssig lesen.
Leider hat mir die Entwicklung der Geschichte nicht wirklich gefallen. Was mit einer meiner Meinung nach originellen und skurrilen Idee anfing, kam mir schnell überspitzt vor und wurde am Ende zu einer Moralpredigt.
Die Aussage, die ich aus dem Buch mitnehme ist die, dass wir uns nicht über diese Welt beschweren können, wenn sie uns egal ist. Konkreter: Wer nicht wählen geht, ist selber Schuld. Keine schlechte Aussage, aber mir gefiel die Art einfach nicht, wie sie einem am Schluss eingetrichtert wird. Die Story, die an sich viel Potenzial für eine gute Gesellschaftskritik hat, wird so zu einem Märchen, das scheinbar nur auf die “Moral von der Geschicht” ausgelegt ist.
Was wahrscheinlich ebenfalls dazu beigetragen hat, dass mir die Story mehr und mehr überspitzt vorkam, waren die Charaktere. Eigentlich hat mir nur ein Charakter richtig gut gefallen und das ist Julietta. Eine junge Frau, die nicht mehr leben möchte. Warum, weiß man eigentlich nicht genau, denn sie scheint eigentlich ganz fröhlich zu sein. Das machte sie irgendwie interessant.
Britta hingegen steckt für mich voller Widersprüche und ist meiner Meinung nach ein ziemlich oberflächlicher Charakter. Die Geschichte wird aus ihrer Sicht erzählt und man soll als Leser durch sie am Ende, diese große Aussage verinnerlichen, obwohl ihr selbst eigentlich alles egal zu sein scheint, außer ihrer Firma. Ich konnte mit dieser Protagonistin einfach nicht warm werden. Natürlich soll sie kein sympathischer Charakter sein, das schließt ihr makabres skrupelloses Geschäft schon irgendwie aus, aber ich konnte ihre Art auch nicht mit der Aussage in Verbindung bringen. Das hat für mich irgendwie alles nicht gepasst.
Es hätte als Aussage genügt, wenn man das Geschäft mit den Selbstmördern vor dem Hintergrund einer Welt, in der es sich nicht lohnt zu leben thematisiert. Die Moralpredigt von Britta, die selbst so wenig Werte zu besitzen scheint, war für mich einfach zu viel des Guten.
Die Story hatte für mich einige interessante Details, die ich gerne etwas ausgeschmückter oder mehr in den Fokus gerückt gesehen hätte, nicht zuletzt der Charakter Julietta. Stattdessen wirkten diese unvollständig und schnell abgearbeitet, um am Ende auf eine übertriebene und meiner Meinung nach aus der Story nicht wirklich schlüssig hervorgehende Aussage hinzuführen.

Fazit

Leere Herzen ist alleine aufgrund der Idee eine spannende Gesellschaftskritik, von der ich jedoch mehr erwartet hätte. Die meiner Meinung nach eher unglaubwürdigen Charaktere und eine für die eigentliche Story zu überspitzte Aussage haben den Lesegenuss, den alleine der schöne Schreibstil mit einigen tollen Zitaten, die mir im Gedächtnis bleiben werden, eigentlich schon mit sich bringt, für mich aber letztlich etwas gedämpft.

Der erste Eindruck:

Die Story:

Die Charaktere:

Die Erzähltechnik:

Schreibstil:

Aussage/Bedeutung:

Titel/Cover dieser Ausgabe:

Fazit:

3,8 Sterne!

*Dieses Buch habe ich als Rezensionsexemplar erhalten. Meine Meinung bleibt davon unberührt.
** Diese Verlinkung kennzeichne ich als Werbung

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Rezension: “Everland” – Rebecca Hunt

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Titel: Everland
Autorin: Rebecca Hunt
Übersetzung: pociao
Verlag: Luchterhand Literaturverlag (erschienen am 13. Juni 2017)
ursprünglich erschienen: 2014 (bei Fig Tree)
Seiten: 416 (gebundene Ausgabe)
ISBN: 978-3630874630
Preis (gebundene Ausgabe): 22,00€ (eBook: 17,99€)
Hier geht’s zum Buch!*
Rezensionsexemplar**

 

Lange schon bin ich um diesen Roman herumgeschlichen – angezogen von diesem wunderschönen und geheimnisvollen Cover. Und jetzt in der kalten Jahreszeit, dachte ich mir, wäre doch die perfekte Zeit gekommen, um in diese Abenteuergeschichte über zwei Antarktisexpeditionen, zwischen denen zwar ein ganzes Jahrhundert liegt und die doch so viel gemeinsam haben, einzutauchen.

“Wie uns die Zeit dazu verleitet zu sehen, wer wir wirklich sind und welche Entscheidungen wir treffen.” S. 336

Worum geht’s?
Dieser Roman erzählt die Geschichte zweier Antarktisexpeditionen.
Die Erste startet im März 1913, als die Besatzung der unter britischer Flagge segelnden Kismet eine neue Insel entdeckt. Drei Männer werden auserwählt diese zu erforschen. Sie nennen sie Everland. Sie sollen einige Tage dort verbringen und dann wieder von der Kismet abgeholt werden. Doch schon auf dem Hinweg geraten sie in dem kleinen Beiboot in einen Sturm und erreichen nur wie durch ein Wunder die Insel. Doch dann kehrt die Kismet nicht zurück und ein Kampf ums Überleben beginnt.
Fast ein Jahrhundert später soll zu Ehren der ersten Everland-Expedition erneut ein Forscherteam der Antarktisstation Aegeus auf die Insel geschickt werden. Dieses Mal werden die Auserwählten und ihr durchaus weiterentwickeltes Equipment, mit einer Propellermaschine dorthin geflogen. Zudem ist es November, also antarktischer Sommerbeginn, und es gibt täglichen Funkkontakt zur Forschungsstation. Viel bessere Voraussetzungen als vor hundert Jahren – kann also nichts schiefgehen, könnte man meinen. Doch da wurde die Rechnung nicht mit der immer noch unbezähmbaren Natur sowie der Natur des Menschen gemacht.

Meine Meinung
Ich muss sagen, dass mir der Einstieg in dieses Buch wirklich alles andere als leichtgefallen ist. Es werden relativ zügig sehr viele Charaktere eingeführt, dann gibt es zwischen den relativ kurzen Kapiteln Zeitsprünge zwischen den zwei Expeditionen und innerhalb der Kapitel wechselt zudem die Erzählperspektive  zwischen den verschiedenen Protagonisten – ohne, dass dies durch Absätze kenntlich gemacht wird. So kam ich lange nicht in einen richtigen Lesefluss, musste oft nochmal zurückblättern um nachzulesen, wer jetzt was gesagt oder gedacht hatte oder woher man diese Person nochmal kannte.
“Everland” wird im Klappentext als Abenteuergeschichte, spannender Thriller, und psychologisches Drama beschrieben.
Eine Abenteuergeschichte ist es zweifellos, wie sie typischer nicht sein könnte. Die Spannung kam für mich erst etwa ab der Mitte des Buches auf. Zwar wird schon zu Beginn des Buches im Jahr 1913 ein Überlebender der ersten Expedition gefunden und man möchte natürlich wissen, was auf Everlend geschehen ist und was aus den anderen beiden Expeditionsteilnehmern geworden ist. Von da an wird in diesem Erzählstrang abwechselnd das Geschehen bei der Expedition selbst und die Ereignissen auf der Kismet nach dem Fund des Überlebenden erzählt. Zwischendurch gibt es sogar Rückblenden zu derzeit vor der Expedition. Ziemlich verwirrend, aber auch interessant.
Und das würde an sich schon für einen guten Spannungsaufbau reichen, doch wurde dieser für mich enorm gedämpft, indem ich einfach keinen Bezug zu den Protagonisten bekommen konnte. Sie blieben für mich bis zum Schluss leere Stereotype, die sich ihren Rollen entsprechend verhielten. Beispielsweise die junge Forscherin Brix, die bei der zweiten Expedition mit von der Partie ist, wurde so überspitzt hilflos und ungeeignet für diesen Job dargestellt, dass man nur darauf wartet, dass sie als nächstes Hilfe beim Zähneputzen benötigt. Die Charaktere spielen ihre Rolle, büßen dabei jedoch unglaublich an Authentizität ein. 20171221_163728
Im Laufe der Geschichte werden immer mehr Ähnlichkeiten zwischen den Teams und dem Ablauf der beiden Expeditionen deutlich, was durch die abwechselnde Erzählung beider Zeitstränge noch hervorgehoben wird. Das hat mir einerseits sehr gut gefallen, da es die Aussage des Romans zusätzlich unterstreicht. Andererseits glaube ich, dass auch dies dazu beigetragen hat, dass mir die Charaktere so stereotypisch vorkamen. Es gibt nicht nur eine zartbesaitete junge Forscherin, eine knallharte und pragmatisch veranlagte Feldassistentin und einen erfahrenen älteren und idealistischen Antarktisforscher, nein, es gibt sie jeweils zweimal. In ihrer Profession und dem Geschlecht natürlich leicht abgeändert, aber im Grunde fast identisch. Es hat mich etwas gestört, dass man als Leser diese Ähnlichkeiten nicht langsam erkennen muss, sondern sie so sehr unter die Nase gerieben bekommt.
Interessant ist hingegen, dass das zwischenmenschliche Beziehungsgefüge in den Teams etwas anders verteilt ist, was in der zweiten Hälfte des Buches dann doch einige Fragen aufwirft und zur zunehmenden Spannung beiträgt. Die Drei scheint zudem hier die magische Zahl zu sein, denn auch an Bord der Kismet gibt es drei zentrale Charaktere, die versuchen, einen Weg zu finden, mit den Geschehnissen umzugehen.

Drei Gruppen aus je drei Leuten in drei Ausnahmesituationen und die Frage wie sie sich verhalten.
Die Tatsache, dass die Teams so gleich und doch irgendwie unterschiedlich sind, dass hundert Jahre zwischen den beiden Expeditionen liegen und die Menschen dennoch nicht gegen alle Naturgewalten gewappnet sind, unterstreicht die Aussage des Romans:

Egal wie sicher wir uns sind, dass wir uns gegen die Natur schützen können, dass wir, glauben genau zu wissen, welche Entscheidungen wir in welchen Situationen fällen würden und vor allem, dass man nicht die gleichen Fehler noch einmal machen wird, weil man ja so gut vorbereitet ist, wir liegen mit dieser Einschätzung falsch. Die menschliche Natur ist ebenso wie die Natur der lebensfeindlichen Weite der Antarktis unberechenbar.
Zum Schluss möchte ich noch hervorheben, dass ich mir, obwohl ich Schwierigkeiten hatte, einen Zugang zu den Protagonisten zu finden und somit richtig in die Geschichte einzutauchen, die Atmosphäre der kalten und unwirtlichen Landschaft, diese Einsamkeit und dennoch erdrückende Enge durch die anderen, sehr vorstellen konnte und alleine das hat den Roman für mich lesenswert gemacht.

Fazit
Eine zum Ende hin spannende Abenteuergeschichte, in die ich aber erst einmal hereinkommen musste. Trotz einer interessanten Aussage, führte vor allem die fehlende Tiefe der Charaktere dazu, dass mich das Buch nicht richtig abholen konnte.
Für jeden, der gerne Abenteuergeschichten und Geschichten darüber, welche psychologischen Auswirkungen Extremsituationen auf die menschliche Natur haben können, liest, kann ich diesen Roman dennoch empfehlen.

Der erste Eindruck:  
Die Story:  
Die Charaktere: 
Die Erzähltechnik: 
Schreibstil: 
Aussage/Bedeutung:  
Titel/Cover dieser Ausgabe: 

Fazit:     3,4 Sterne!

 

*Diesen Link kennzeichne ich gemäß als Werbung
**Dieser Roman wurde mir als Rezensionsexemplar vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

 

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Rezension: “QualityLand” von Marc-Uwe Kling

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Titel: QualityLand
Autor: Marc-Uwe Kling
Verlag: Ullstein
Erschienen am: 22.09.2017
Seitenzahl: 384 Seiten
Preis: 18,00€ (eBook: 14,99€)
ISBN: 9783550050152

Hier geht’s zum Buch bei Amazon und beim Verlag.

 

Inhalt

QualityLand ist ein Land der Zukunft, in dem alles durch Algorithmen berechnet und automatisiert ist. Es gibt Online-Versandhandel, die schon wissen, was du kaufen möchtest, Partnerbörsen, die dir den perfekten Partner vorschlagen (Leute die sich „analog“ kennen lernen gelten schon als merkwürdig) und jede Menge künstliche Intelligenzen, die den Großteil aller Jobs übernommen haben. Je nach Vermögen, Bekanntheitsgrad oder Nützlichkeit für die Allgemeinheit etc. sind die Menschen in Level eingeteilt. Ganz oben in den 90ern befinden sich die wohlhabendsten und bekanntesten Menschen, alle Menschen unter Level 10 gelten als Nutzlose. Zu ihnen gehört auch der Protagonist Peter Arbeitsloser, Gebrauchtwarenhändler mit Schrottpresse für kaputte Roboter, nachdem seine Freundin Sandra Admin, die Nachrichten schreibt, die eigentlich nur zu Werbezwecken dienen, ihn verlassen hat. Eines Tages bekommt er – natürlich voll automatisch –  ein Paket mit einem rosafarbenen Delfinvibrator zugeschickt, den er natürlich nicht gewollt hat. Er versucht das Ding zurückzugeben, was sich als nicht ganz so leicht herausstellt, denn er muss ihn gewollt haben, das System macht keine Fehler! Oder doch?
Und währenddessen ist, passend zum Erscheinungsdatum des Romans, auch noch Wahlkampf,  bei dem ein rechtspopulistischer Politiker gegen einen eher links-orientierten Androiden der Fortschrittspartei antritt…
Sowohl durch Peter und seine Mitstreiter (kaputte Roboter, wie eine Drohne mit Flugangst oder ein Kampfroboter mit posttraumatischer Belastungsstörung, die sich eigentlich von ihm verschrotten lassen sollten und Kiki, eine Frau die es sich zur Aufgabe gemacht hat, möglichst undurchschaubar für das System zu sein) als auch John, den Präsidentschaftskandidaten-Androiden und seine Assistentin Aisha, bekommen wir immer tiefere Einblicke in das System, das außer Konsum, wohl keine Werte kennt.

Meine Meinung

Ich war während des Lesens ständig in dem Zwiespalt, ob ich nun lachen oder weinen soll.
Unsere Realität ist einfach schon so nah dran an dieser Dystopie, dass eigentlich nur noch die allgegenwärtigen künstlichen Intelligenzen und ein paar Gesetze, die uns unserer Rechte an unseren Daten noch mehr und vor allem offiziell berauben, denen wir einfach durch ein Häkchen bei den AGBs zustimmen, fehlen.
Wenn man sich sozial nicht abschotten will, muss man verschiedene Dienste nutzen, diese Dienste kann man nicht nutzen wenn man den AGBs nicht zustimmt. Das Problem ist bereits real. In QualityLand gibt es deshalb auf jede Frage, die dir im Netz begegnet nur die Antwortmöglichkeit „OK“.
Kling schafft es aber mal wieder, diese unschönen Wahrheiten über unsere Gesellschaft und unsere Welt mit unglaublich trockenem Humor in einer erfrischenden Satire zu verpacken.

Peters Mitstreiter in seinem Unternehmen, einen ungewollten pinken Delfinvibrator zurückzugeben, den er von „The Shop, dem weltweit beliebtesten Versandhändler“ zugeschickt bekommen hat, da er ihn laut Algorithmus wollte, sind eine Reihe von kaputten Robotern, die er eigentlich hätte verschrotten müssen: Eine Drohne mit Flugangst, ein Kampfroboter mit Posttraumatischer Belastungsstörung, eine E-Poetin (Autoren-Roboter) mit Schreibblockade und ähnlich skurrile Gestalten. Auch dass einer der Präsidentschaftskandidaten in Klings Zukunftsszenario ein Androide ist, ist eine erschreckende Vorstellung, die wie er beweist aber auch durchaus lustige Aspekte haben kann. Und auch vielleicht die bessere Wahl ist, je nach Kontrahent?
Die richtigen Menschen bleiben in ihrer charakterlichen Ausarbeitung meiner Meinung nach jedoch etwas oberflächlich, was aber bei einer Satire dieser Art gar nicht schlimm ist, da sie ja Stereotypen darstellen, die die verschiedenen Teile unserer Gesellschaft repräsentieren und gleichzeitig kritisieren.

Der Erzählstil und Aufbau des Romans ist besonders hervorzuheben. Die Erzählstränge, die Peter, sowie John und Aisha beim Wahlkampf und zwischendurch Martyn Vorstand, reichen Sohn und Parteimitglied in Johns Partei, begleiten, werden immer wieder von „Nachrichten“ unterbrochen, die von Peters Ex-Freundin geschrieben werden. In diesen Nachrichten geht’s jedoch nicht wirklich darum, die Menschen über das Weltgeschehen zu informieren, sondern eher mit einer aufmerksamkeitsheischenden Schlagzeile (die nicht unbedingt viel Wahrheit enthalten muss) Leser anzulocken und dann möglichst viel Werbung im Text zu verpacken. Auch Leserkommentare zu diesen Nachrichten finden sich jeweils im Anschluss, die sehr schön die Sinnhaftigkeit der meisten Online-Kommentare parodieren. Außerdem werden immer wieder Artikel aus einem QualityLand-Reiseführer eingeschoben, die dem Leser einige Dinge erklären, z.B. was es mit den Levels auf sich hat, wie verschiedener technischer Schnickschnack funktioniert oder welchen Sinn er hat, was es für gesellschaftliche und politische Richtungen gibt etc.
Dieser Aufbau lockert die Erzählung auf, fügt einige witzige Aspekte hinzu und trägt zu einem angenehmen Lesefluss bei.

Der Schreibstil ist dabei wunderbar Kling-typisch ironisch und trocken.

Dieser Roman zeigt uns, wo wir schon angekommen sind und wo das Ganze noch hinführen kann. Es ist eine Karikatur der jetzt schon gegebenen digitalen Vernetzung aber vor allem der kapitalistischen Auswüchse, die dadurch entstehen, dass unsere Daten aus sozialen Netzwerken etc. zu Werbezwecken genutzt werden. Aber es geht sogar noch weiter, denn es zeigt auf, wie sehr wir dadurch wiederum manipuliert werden. Welche Suchergebnisse werden uns überhaupt angezeigt und warum werden uns diese angezeigt? Und was machen wir damit? Beeinflussen wir mit unserer Meinung das, was uns das Netz zeigt oder beeinflussen diese Dinge uns? Fragen, die sich wahrscheinlich jeder schon mal gestellt hat…
Außerdem wird uns eine Zukunft gezeigt, in der es die meisten heutigen Jobs nicht mehr gibt, da sie von Robotern übernommen wurden – ebenfalls ein sehr reales Thema, dass in vielleicht nicht allzu ferner Zukunft bei Bundestagswahlkämpfen diskutiert wird…
Kling greift das alles in einem meiner Meinung nach großartigen und lustigen Roman auf, vielleicht müssen wir drüber lachen, um es besser zu erkennen.

Ich könnte so viel mehr aufzählen, das mir gefallen hat, denn die Satire sitzt in diesem Buch in jedem kleinsten Detail, aber ich wüsste daher nicht wo ich anfangen und aufhören sollte. Man achte z.B. nur auf die Namen. Der Nachname einer Person entspricht in QualityLand dem Beruf des Vaters bzw. der Mutter (abhängig davon, ob es ein Sohn oder eine Tochter ist) während der Zeugung! Eine berühmte Fernsehmoderatorin, die bevorzugt nackt auftritt, da das natürlich die Zuschauerzahlen in die Höhe treibt, heißt Julia Nonne…soviel zum Witz im Detail! Und das ist nur eins von unglaublich vielen Beispielen.
Das Ende kam mir dann allerdings etwas zu schnell und plötzlich…

Fazit

Die teilweise unschönen Wahrheiten über unsere Welt werden uns von Kling mal wieder mit einer unglaublichen Ironie und trockenem Humor in einer schrägen und witzigen Geschichte vor Augen geführt.
Ich kann das Buch wirklich jedem nur empfehlen, der sich gerne mit ernsten Themen auseinandersetzt und trotzdem lachen will!!!

Der erste Eindruck: 5Sterne

Die Story:4Sterne
Die Charaktere: 4,5sterne

Der Erzählstil: 5Sterne

Der Schreibstil: 5Sterne

Die Aussage: 5Sterne

Titel und Cover:5Sterne
Mein Fazit: 4,5sterne4,8 Sterne!

Dieses Buch habe ich als Vorabexemplar auf vorablesen.de gewonnen!

 

 

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Rezension: “Die goldene Legende” – Nadeem Aslam

Eine wunderschön und liebevoll geschriebene tragische Geschichte!

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Titel: Die goldene Legende
Autor: Nadeem Aslam
Übersetzer: Bernhard Robben
Verlag: DVA
Erscheinungsdatum: 04.09.2017
Seitenzahl: ca. 410 Seiten
Preis (Hardcover): 25,00€/ eBook: 19,99€
hier geht’s zum Buch beim Verlag und bei Amazon!

 

Kurzbewertung

Der erste Eindruck: 4Sterne
Die Story: 
4Sterne
Die Charaktere: 
4,5sterne
Die Erzähltechnik: 4Sterne

Der Schreibstil: 
5Sterne
Die Aussage: 5Sterne

Titel und Cover: 
5Sterne

Fazit: 4,4 Sterne!

Klappentext

Wenn ein Leben nur in der Lüge möglich ist

In dem Moment, als auf der Grand Trunk Road Schüsse zu hören sind, beginnt Nargis’ Leben zu zerbrechen. Ihr Ehemann gelangt versehentlich ins Kreuzfeuer und stirbt, bevor sie ihm die Wahrheit über ihre Vergangenheit beichten kann. Schon seit Längerem fürchtet sie, dass diese bald ans Licht kommen wird: Ein Unbekannter verkündet regelmäßig Geheimnisse der Anwohner vom Minarett der örtlichen Moscheen und versetzt damit Muslime und Christen gleichermaßen in Angst. Als die Lautsprecher die verbotene Liaison ihres Nachbarn mit der Tochter des muslimischen Geistlichen aufdecken, sind die Einschläge so nah, dass Nargis handeln muss …

In der für ihn typischen leuchtenden Prosa erzählt Nadeem Aslam eine Geschichte über Fanatismus, Widerstandsvermögen und die Lügen, die manchmal nötig sind, um zu überleben. Ein mutiger, zeitgemäßer und schmerzlich schöner Roman, in dem sich Pakistans Vergangenheit und Gegenwart spiegeln.

Meine Meinung

“Die goldene Legende” zeigt meiner Meinung nach sehr emotional und und unglaublich liebevoll beschrieben, was religiöser Fanatismus aus einem eigentlich sehr schönen Land, in diesem Fall Pakistan, machen kann.

Wir begleiten vor allem die Charaktere Nargis, Helen und Imran.
Nargis hat gerade ihren Mann Massud verloren, der versehentlich in einen Schusswechsel auf offener Straße geriet. Helen ist die Tochter des christlichen Rikscha-Fahrers Lily, der früher im Haus von Nargis und Massud als Dienstbote tätig war und weiterhin im Nachbarhaus wohnt.  Für sie war Helen immer fast wie eine eigene Tochter und so finanzierten sie sogar ihre Ausbildung, die sie sonst als Christin in Pakistan wahrscheinlich nicht erfahren hätte.
Imran kommt ursprünglich aus Kaschmir, nachdem seine Mutter und die anderen Verwandten von indischen Soldaten zum “Verhör” mitgenommen wurden und nicht mehr wiederkamen, beschließt er, sich in einem Islamisten-Lager ausbilden zu lassen, flieht dort jedoch als er merkt um was es wirklich geht und schlägt sich seitdem in Zamana als Obdachloser durch. Wie es der Zufall will, ist er derjenige, der Massud noch am Unglücksort, wenn auch vergebens, Blut spendet. Als er später Nargis aufsucht, freunden sie sich an und es wird schnell klar, dass sich zwischen ihm und Helen noch mehr entwickeln wird.
Als eines Tages der Muezzin die geheime Liebschaft von Lily und Aysha, der verwitweten Tochter des Geistlichen, vom Minarett herausposaunt, ist plötzlich kein Christ, oder jemand der sich auf ihre Seite stellt, mehr sicher. Mit Imrans Hilfe gelingt Nargis und Helen die Flucht. Doch das war nicht das einzige Geheimnis, das ihnen zum Verhängnis werden kann.

Es ist eine unglaublich tragische, traurige und oftmals brutale Geschichte. Doch der Autor schafft es dennoch immer wieder in kleinen Rückblenden, Referenzen zu anderen Geschichten und Legenden oder einfach der liebevollen Beschreibung von Details, die Schönheit  der Landschaft und des Lebens im Allgemeinen darzustellen.
Obwohl alle Figuren Schreckliches erlebt haben unter der täglichen Unterdrückung oder dem religiösen Fanatismus im Land leiden, haben sie dennoch auch so viel erlebt, an das sie sich gerne erinnern oder sie erleben jetzt Dinge, die das Leben trotz allem lebenswert machen. Dem Leser ermöglicht dies ein sehr intimer Blick in die Zerrissenheit eines Landes und seiner Bewohner.

Der Schreibstil, war für mich zuerst etwas gewöhnungsbedürftig, weshalb ich etwas brauchte, um in die Geschichte hineinzukommen. Doch als ich mich einmal daran gewöhnt hatte, fing ich an diesen zu lieben. Er ist unglaublich bildhaft, oft verliert sich der Autor in den Beschreibung von Details, doch diese haben immer irgendeine wichtige Aussage, tragen zur Aussage des Gesamten bei oder helfen, die Charaktere besser zu verstehen und authentischer zu machen.

Es gibt einen regelmäßigen Wechsel der Erzählperspektive zwischen den verschiedenen Protagonisten, was mir gut gefallen hat, da man das Geschehen so aus verschiedenen Positionen wahrnimmt, was meiner Meinung nach bei einer Geschichte, die die Zerrissenheit eines Landes zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen zum Thema hat, sehr wichtig ist, um kein einseitiges Bild zu erschaffen.
Schwierig fand ich jedoch, dass innerhalb der Passagen, die aus der Sicht eines Charakters erzählt werden, wiederum häufig Zeitsprünge passieren, da sie sich an etwas Vergangenes erinnern oder über eine Geschichte nachdenken. Diese Wechsel fand ich nicht immer eindeutig  und brauchte auch häufig etwas, um den Sinn dahinter zu verstehen. Dies machte das Lesen oftmals sehr anstrengend.
Zudem werden häufig alte Legenden und Geschichten angesprochen. Eine besondere Rolle spielt dabei ein Buch, welches Massuds Vater geschrieben hat, mit dem Titel “Auf dass sie sich kennenlernen”, welches sich wie ein roter Faden durch die gesamte Geschichte zieht. Es behandelt Legenden und Erzählungen der verschiedensten Kulturen der Welt und wie diese zusammenhängen, sich kreuzen, einander beeinflussen.
Zu Beginn wird dieses Buch, welches Massud erst kurz vor seinem Tod wiederfindet, von einem Soldaten zerstört, der versucht Nargis damit unter Druck zu setzen. Daraufhin versuchen Nargis, Helen und Imran, dieses Stück für Stück wieder zusammenzusetzen. Dies ist nur eins von vielen Beispielen für die ungeheure Symbolträchtigkeit dieses Buches.

Die Protagonisten sind alle sehr klug und weltoffen und ihrem Land somit weit voraus. Sie haben eigentlich nichts verbrochen, außer zur falschen Zeit am falschen Ort geboren zu sein. Das Land und die Bewohner haben ihnen so viel Leid zugefügt und dennoch verlieren sie nicht die Hoffnung, dass es sich irgendwann ändern wird. Die vielen Rückblenden und die sehr tiefgründigen Gedanken der Charaktere bekommen dadurch eine zusätzliche Tiefe. Schade fand ich nur, dass die Auswahl der Protagonisten etwas einseitig war. Die konservativen, strengen Moslems, waren stets “die Anderen”, wodurch man als Leser wenig Einblick in diese Gedankenwelt bekam.
Auch für die Protagonisten hätte ich mir in der Gegenwart noch mehr Handlung gewünscht, um sie noch mehr zu begleiten und besser in die Geschichte einzutauchen.

Die Aussage des Romans kann für mich vor allem durch das Leitmotiv des Buches “Auf dass sie sich kennenlernen” nicht eindeutiger sein: wenn wir Menschen es schaffen, uns auf unsere Gemeinsamkeiten zu konzentrieren und Unterschiede als etwas Gutes anzuerkennen, wenn wir endlich jahrhundertealte Fehden überwinden und Einzelfälle nicht auf ganze Bevölkerungsgruppen übertragen würden, dann wäre die Welt ein besserer Ort und wir könnten ihre Schönheit endlich wieder schätzen.

Das Cover finde ich wunderschön und es passt für mich hervorragend zu der Atmosphäre, die aufgebaut wird, wenn die Schönheit der Natur, der Gärten und der Gebäude beschrieben wird, die so einen harten Kontrast zur Brutalität der Menschen dort darstellt.

Fazit

Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen. Sowohl die Charaktere als auch die Atmosphäre, die die Zerrissenheit zwischen Schönheit und Brutalität greifbar macht, hat mir sehr gut gefallen. Es regt definitiv zum Nachdenken über unsere Welt an und schaffte wenigstens für mich einen sehr lehrreichen Blick in ein so fremdes Land.

Der facettenreiche Aufbau der Erzählung hat zwar einerseits sehr zur Tiefe des Buches beigetragen, schränkte aber auch oftmals den Lesefluss ein, weshalb es definitiv keine leichte Lektüre war. Hin und wieder hätte ich mir mehr Geschichte im Hier und Jetzt und weniger ausschweifende Erzählungen über Legenden oder vergangene Ereignisse gewünscht. Es war wie ein Mosaik, in dem jedes kleine Detail eine Bedeutung hat, das aber erst zusammengesetzt anfängt einen Sinn zu ergeben.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung – gerade, wenn einem auch Romane wie der “Drachenläufer” von Khaled Hosseini gefallen haben, wird man hier sicherlich auch auf seine Kosten kommen! Eine einfache Lektüre sollte man aber nicht erwarten.

 

4,5sterne

Das Buch wurde mir freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt davon jedoch unbeeinflusst!

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Kurzrezension: “The Circle” von Dave Eggers – Roman und Verfilmung

Am 07. September kam die Verfilmung von Dave Eggers’ Bestseller “The Circle” in die deutschen Kinos.
Da mir das Buch, als ich es vor drei Jahren gelesen habe, ziemlich gut gefallen hat, wollte ich die neue Verfilmung zum Anlass nehmen, eine klitzekleine Kurzrezension zu verfassen und direkt auch die Verfilmung anzusprechen, die im Gegensatz zu den Buchkritiken, die den Dystopie-Roman immer wieder als modernes “1984” beschrieben und ihn oft positiv mit Orwells Werk oder Aldous Huxley’s “Schöne neue Welt” verglichen, eher Bewertungen unter dem Titel “1984 für Dumme” (Süddeutsche) erhielt. Zu Recht? Damit möchte ich mich hier auseinandersetzen.

The Circle

Titel: The Circle
Autor: Dave Eggers
erschienen: 10.10.2013
Verlag: Penguin
Seitenzahl: 494 Seiten
Preis: 6,99€ (Taschenbuch)
in Deutschland erschienen am: 08.10.2015
Verlag: KiWi-Taschenbuch
Preis: 10,99€

hier geht’s zum Buch!

Inhalt

Mae Holland kann ihr Glück kaum fassen, als ihre College-Freundin Annie ihr mitteilt, dass sie ihr einen Job beim größten Internetunternehmen “The Circle” verschaffen konnte. Voller Elan stürzt sie sich in die neue Arbeit bei einem Unternehmen, das einfach alles vereint. Accounts bei Social-Media-Foren, Online-Banking, E-Mail-Diensten etc. werden dank “TruYou” in einer Internetidentität zusammengefasst und für seine Mitarbeiter hält der Circle neben dem Arbeitsplatz auch eine unendliche Vielzahl an Freizeit-Möglichkeiten bereit. Neben ihren Aufgaben in der “Costumer Experience” bemerkt Mae schnell, dass digitale und reale soziale Interaktion genauso sehr zum Arbeitsalltag gehören. Nach Feierabend geht das Leben beim Circle erst so richtig los. Da werden rauschende Partys gefeiert, man kann shoppen gehen und verschiedensten Sportaktivitäten nachgehen – natürlich alles komplett kostenlos. Ach ja, und übernachten kann man in den luxuriösen Schlafräumen auf dem Campus natürlich auch. Das wichtigste ist, dass man alles teilt, kommentiert und bewertet, denn: “Secrets are lies. Sharing is caring. Privacy is theft.” Das sind die Leitsätze des Circles…Deshalb wird auch das “SeeChange”-Projekt ins Leben gerufen, dass darin besteht, dass weltweit überall Minikameras verteilt werden, die live ins Internet – für jeden auf der ganzen Welt sichtbar – übertragen.

Meine Meinung (ich beziehe mich auf die englische Ausgabe)

Als großer Fan von George Orwells “1984” bin ich natürlich mit einer gewissen Erwartungshaltung an diesen Roman herangegangen und zugegeben, er kam lange nicht daran. Dennoch hat er mir ziemlich gut gefallen und zeichnete für mich unabhängig von anderen Dystopien ein nicht weniger beklemmendes Zukunftszenario.

Mae ist von Anfang an von der Welt des Circles fasziniert, kleine Zweifel wischt sie spätestens dann beiseite, wenn sie ihren Arbeitsplatz durch Konfrontationen gefährdet sieht. Sie wandert mit einer Naivität und Überzeugung durch diese Szenerie, die mich als Leser wirklich aufregte. Doch das machte das Buch nicht schlecht, vielmehr fand ich, dass es den Roman aus der Menge an Dystopien hervorhob. Bei Orwells 1984 oder Huxleys “Schöne neue Welt” und diversen anderen Dystopien lernen wir das Regime von Anfang an als etwas Bedrohliches, Totalitäres, Repressives kennen. Die Protagonisten sind in diesen Fällen, die Einzelfälle, die daraus hervorbrechen wollen, das Regime als etwas Böses erkennen und etwas verändern wollen. Nicht bei “The Circle” – hier ist es nicht die Regierung, die unterdrückt, sondern ein Unternehmen, das einfach nur Dienstleistungen anbietet, die jeder freiwillig nutzt und somit zum Machtaufbau beiträgt. Mae sieht die Produkte und Dienstleistungen nicht als gefährliche Instrumente zur Machtgewinnung an, sondern als Wunder der Technik, als etwas, dass die Welt zu einem besseren Ort machen kann und ist davon begeistert.
Zudem haben wir es hier mit einer Zukunft zu tun, die gar nicht so weit weg von unserer Realität ist, auch das habe ich schon als Kritikpunkt gelesen. Ich sehe das jedoch nicht so. Es zeigt doch erst recht, dass wir keine interkontinentalen Kriege, keine genetische Modifizierung des Menschen etc. brauchen, um uns eine totalitäre Welt zu erschaffen, in der nicht die Regierung unser Feind und Unterdrücker ist, sondern ein Unternehmen, das wir selber bereitwillig finanzieren und bei dem wir mitmachen.

Die Ausarbeitung der Charaktere zählt tatsächlich nicht zu den Stärken des Buchs, diese bleiben eher flach, wirkten für mich oft wenig nachvollziehbar und sind sehr stereotypisch. Mae ist sehr naiv und lässt sich leicht von der schillernden Welt des Circles beeindrucken. Annie ist schon ganz oben in der Führungsetage angekommen, zerbricht aber langsam an dem Druck und beginnt zu zweifeln. Maes Jugendfreund Mercer sträubt sich gegen jede Form des digitalen Fortschritts, was ihm recht schnell zum Verhängnis wird…Viel mehr erfahren wir aber nicht über ihr Leben. Ihre Eigenschaften werden dem Leser eher plump dargestellt. So möchte Mercer, der  Kronleuchter herstellt, diese z.B. nicht im Internet verkaufen, was seine Abneigung gegen die digitale Welt meiner Meinung nach sehr überspitzt, ihn nicht als vernünftigen “Zweifler” darstellt, sondern sofort als konservativen Sonderling…Die Charakterdarstellung war für mich somit eine ziemliche Schwarz-Weiß-Malerei. Leute die den digitalen Fortschritt auch als etwas Positives sehen und trotzdem nicht ihr ganzes Leben im Internet preisgeben wollen, gibt es scheinbar kaum. Die Figuren hätten wirklich etwas mehr Tiefe vertragen können.
Die Story war für mich dadurch aber nicht weniger bedrohlich, obwohl ich mich nicht mit Mae identifizieren konnte, konnte ich mir die Situation sehr gut vorstellen…und muss leider sagen, dass wirklich schon vieles davon wahr geworden ist oder wenigstens nicht unwahrscheinlich ist, in naher Zukunft wahr zu werden.

Der Schreibstil fand ich sehr einfach und flüssig, wodurch sich das Buch schnell lesen ließ.
Fazit
Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Gerade die Realitätsnähe und Maes Naivität fand ich erfrischend für eine Dystopie. Gerade diese Naivität machte für mich die beklemmende Wirkung des Buches aus. Der einfache Schreibstil trägt zudem zur Spannung bei, die sich vor allem dadurch entwickelt, dass man die ganze Zeit darauf wartet, dass Mae endlich aufwacht und sieht wohin das ales führt…
Die leider insgesamt eher schlecht ausgearbeiteten Charaktere dämpften das Lesevergnügen für mich nur wenig.

4Sterne

Insgesamt würde ich dem Buch 4 Sterne geben.

Die Verfilmung

Kommen wir jetzt zur Verfilmung…

Am Wochenende habe ich dann endlich die Verfilmung gesehen, auf die ich gerade wegen der hochkarätigen Besetzung (Emma Watson UND Tom Hanks) schon lange hingefiebert habe…Da der Film bereits vor einigen Monaten in den USA herauskam, wurde meine Vorfreude allerdings schon etwas gebremst, als die die Vielzahl an schlechten Bewertungen las… ein imdb-Score von 5,3 (von 10) …ernsthaft?! Dennoch wollte ich mir natürlich selbst eine Meinung bilden.

Tja, was soll ich sagen. Der Film fing ganz gut, wenn auch sehr schnell an…und es ging immer schneller weiter. Ganze Szenen und Charaktere wurden weggelassen, ja ganze Handlungsstränge, wichtige handlungsweisende Beziehungen die die Protagonistin eingeht… Die Abfolge von Ereignissen wurde verändert und sogar das Ende wurde leicht abgeändert. Ich finde es ja gar nicht schlimm, wenn eine Verfilmung die Grundidee eines Buches aufgreift und daraus etwas “eigenes” macht. Aber diese Verfilmung hat genau das, was das Buch für mich so bedrückend machte, weggelassen. Das was für mich bei der Lektüre alle Hoffnung an ein gutes Ende zerstörte, kam gar nicht vor. Stattdessen stolziert die hübsche und fröhliche Emma durch den Circle und trägt zu seiner “Vollendung” bei, wirkt jedoch nicht, wie gerade einer Gehirnwäsche unterzogen, sondern, als wäre das alles ihre Idee gewesen, als sei sie die große Heldin. Natürlich wirkt auch das sehr bedrohlich, ließ ihren Charakter für mich aber noch oberflächlicher erscheinen.

Auf der anderen Seite wurden wenig dramatische Buch-Szenen, wahrscheinlich zu filmischen Zwecken, total aufgebauscht. So gerät Mae im Film mit einem gestohlenen Kajak in Seenot und wird dank der vom Circle überall verbreiteten Kameras gesehen und gerettet, was sie darin bestätigt, wie toll diese “Überwachung” doch ist. Im Buch hingegen schippert sie ohne Sturm oder ähnliches gemütlich zur Küste zurück und wird da von der Polizei erwartet, da sie dabei gesehen wurde, wie sie das Boot entwendete. Dieser Vorfall wird von der Führungsetage des Circles genutzt, um sie durch subtile Manipulation zu der Erkenntnis zu bringen, dass sie die Straftat nicht begangen hätte, wenn sie gewusst hätte, dass sie beobachtet wird. Diese Erkenntnis soll sie dann vor versammelter Circle-Mannschaft als Argument für das SeeChange-Programm vortragen: durch SeeChange könnte die Kriminalität weltweit stark dezimiert werden!
Ein Moment im Buch, der sie wirklich an der “vollkommenen Transparenz” zweifeln lassen könnte, nämlich, als ein unangenehmes Video von ihr ins Internet gestellt wird, kommt wiederum gar nicht im Film vor…

Der Film hat somit die sowieso teilweise sehr einfache und oberflächliche Geschichte und die darin vorkommenden Charaktere noch mehr vereinfacht, sodass dieser zu einem richtigen Lückentext wurde und für mich stark an Aussauge einbüßen musste.
Wer das Buch nicht gelesen hat kann mit dem Film wahrscheinlich kaum etwas anfangen, zu viele Dinge bleiben zu oberflächlich, zu wenig erklärt und somit unglaubwürdig. Der ganze Teil im Buch, in dem Mae sich in den Circle einfindet, ihren Ehrgeiz entdeckt und sich langsam zur “Mustermitarbeiterin” entwickelt, wird in zehn Minuten zusammengefasst, wichtige Elemente ganz weggelassen und das Bisschen, was doch vorkommt, meiner Meinung nach fast lächerlich überspitzt dargestellt. Subtil ist die Manipulation, der sie ausgesetzt ist, im Film wahrlich nicht!
Der Film hätte gut und gerne weitere 30 Minuten vertragen können und wäre dann immer noch nicht zu lang gewesen, hätte aber wenigstens etwas erklärt und die Geschichte etwas nachvollziehbarer gemacht.

Für Leute wie mich, die das Buch gelesen haben, kann er ganz unterhaltsam sein, obwohl ich am Schluss, vor allem wegen des Endes enttäuscht war.

Ich würde dem Film 2,5 von 5 Sternen geben.

2,5Sterne

Hier geht’s zum Trailer!

Habt ihr das Buch gelesen? Und vielleicht auch schon den Film gesehen? Dann würde ich mich über eure Meinung in den Kommentaren freuen! :)

 

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Rezension: “Palast der Finsternis” – Stefan Bachmann

Willkommen im unterirdischen Horrorkabinett

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Titel: Palast der Finsternis
Originaltitel: A drop of Night
(erschienen 2016 bei Greenwillow Books)
Autor: Stefan Bachmann
Übersetzung: Stefanie Schäfer
Verlag: Diogenes
erschienen am: 23.08.2017
Seitenzahl: 397 Seiten
Preis: 18,90 € (eBook: 14,99€)
ISBN: 978-3257300550

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Kurzbewertung

Der erste Eindruck: 5Sterne
Die Story:
4Sterne
Die Charaktere: 
4,5sterne
Die Erzähltechnik: 5Sterne

Der Schreibstil:
5Sterne
Die Aussage:
4,5sterne
Titel und Cover:
5Sterne

Mein Fazit: 4,7 Sterne

Inhalt

Anouk ist eine Außenseiterin. Sogar in ihrer Familie ist sie das “schwarze Schaf”: meistens mies drauf und nicht auf andere Menschen angewiesen…denkt sie zumindest.
Als sie dann von der mysteriösen Sapani Corporation eingeladen wird, bei der Erforschung eines unterirdischen Palasts, die ein Adliger während der französischen Revolution als Zuflucht für seine Familie erbaut haben soll, mitzuwirken, greift sie diese Gelegenheit beim Schopfe, um ihr verhasstes Leben hinter sich zu lassen und endlich Anerkennung für ihre Fähigkeiten zu bekommen (sie hat nämlich nur die besten Noten, spricht mehrere Sprachen und studiert bereits Kunstgeschichte).
Gemeinsam mit vier anderen augewählten Jugendlichen trifft sie in Frankreich ein. Sie wurden gewarnt, dass diese Expedition gefährlich werden könnte und ihnen viel Stärke abverlangen würde, doch was sie hinter der Tür mit dem Schmetterlingswappen erwartet, ist nichts, womit sie jemals gerechnet hätten.

Meine Meinung

Es ist schwierig, meine Meinung zu diesem Buch zu erklären, ohne schon zu viel zu verraten, denn es geht sofort sehr spannend los.
Ein Überraschungsmoment jagt das nächste und beim Leser tun sich immer mehr Fragen auf. Warum, wurden diese Jugendlichen ausgewählt? Was versteckt sich im unterirdischen Palast, vor dem scheinbar auch die Sapanis selbst unglaubliche Angst haben? Wer sind die Sapanis eigentlich? Und was haben die Bessencourts damit zu tun?

Neben dem Erzählstrang um Anouk und die anderen Jugendlichen, springt die Erzählung immer wieder in das Jahr 1789 und wir erfahren wie die Adelsfamilie Bessancourt einen unterirdischen Palast erbaut und sich dann getrieben von den Revolutionären in diesem verschanzt. In diesem Erzählstrang wird aus der Sicht der jungen Aurélie de Bessancourt erzählt, die einen irgendwie an Anouk erinnert.

Neben den vielen Abenteuern, die die Jugendlichen erwarten und die das Buch zu einem absoluten Pageturner machen, tragen diese Zeitsprünge noch zusätzlich zum Spannungsaufbau bei, denn man fragt sich immer mehr, wie diese Erzählstränge wohl am Schluss zusammenhängen.

Die nervenaufreibende Spannung ist aber nicht alles, womit das Buch mich überzeugt hat.
Anouk ist eine sehr interessante Protagonistin, die im Laufe der Geschichte eine unglaubliche Entwicklung durchmacht.
Zu Beginn merkt man, dass die Jugendlichen sich nicht besonders gut leiden können. Sie bilden sich viel darauf ein, für dieses Unternehmen ausgewählt worden zu sein und haben offenbar vor, eher als Einzelkämpfer in diesem aufzutreten. Spätestens, als sie die Tür zum unterirdischen Palast hinter sich lassen, sollte aber allen klar sein, dass sie das wohl vergessen können.
Anouk ist sozial ziemlich verbittert. Gerade durch ihre familiären Verhältnisse, die zu Beginn für den Leser auch erstmal nur hinter einem großen Fragezeichen stehen, ist sie nicht besonders gut auf andere Menschen zu sprechen. Sie ist sehr sarkastisch obwohl in ihren inneren Monologen auch immer wieder ein bisschen Traurigkeit mitschwingt. Dies führt häufig zu sehr klugen Sprüchen oder Gedankengängen, die mir als Leser im Gedächtnis geblieben sind.
Die anderen Charaktere, die Jugendlichen Lilly, Hayden, Will und Jules hätten für meinen Geschmack noch etwas näher beleuchtet werden können. Dafür ist in der kurzweiligen Geschichte, in der eine Überraschung und ein Schreck dem nächsten folgt, aber zu wenig Platz und stört somit auch wenig. Über den Leiter der Expedidion Prof. Dorf erfahren wir hingegen immer mehr.

Besonders hervorheben möchte ich noch den tollen Schreibstil. Der Autor benutzt eine Fülle an Metaphern und Vergleichen, die die düstere Atmosphäre des unterirdischen Horrorkabinetts und die Gefühle der Protagonistin für den Leser greifbar machen.
Wie bereits beschrieben, äußern sich diese auch oft in interessanten Gedankengängen von Anouk.

“Wenn andere dich haben weinen sehen, ist es als besäßen sie einen Teil von dir. Es ist, als hätte man sich ein Stück weit geöffnet, und sie hätten durch den Panzer geblickt, den man normalerweise trägt, und einen sorgältigen, langen Blick auf den schreienden, außerirdischen Irren darunter geworfen.” (S. 212)

Aussagen wie diese machen zum einen die Protagonistin sehr authentisch und konfrontieren den Leser zum anderen mit Weisheiten , die dieser an sich selbst überprüfen kann. Die “Gemeinsam sind wir stark”-Aussage wird durch die charakterlichen Veränderungen der Figuren deutlich und schwingt somit eher subtil mit, als dass sie einem wie so oft offensichtlich um die Ohren gehauen wird.
Neben der spannenden Unterhaltung, war dieser Roman somit für mich immer wieder auch aus soziologischer Sicht interessant.

Das Cover des Buches ist unglaublich. Lasst euch nicht von den Abbildungen im Internet in die Irre führen. In Wirklichkeit schimmert es blau-grün-metallisch und zwar aus jedem Blickwinkel anders. Für die sonst so schlichten Diogenes-Cover ist dieses also eine echte Ausnahme! Es ist wunderschön und gibt schonmal einen Vorgeschmack auf die düstere, mystische Stimmung des Romans.

Fazit

Insgesamt ist es eine sehr spannende und schlüssige Geschichte, die Realität und Fantasy-Elemente sehr gut zusammenführt und somit eine breite Leserschaft anspricht. Die Geschichte wurde für mich an keiner Stelle langweilig, eher hätte ich mir hin und wieder etwas mehr Informationen und ausschweifende Beschreibungen gewünscht, denn für bildhafte Erzählungen hat der Autor wirklich ein Händchen. Am Ende ging mir alles ein bisschen zu schnell…
Nur eine Kleinigkeit hat mich gestört, welche für mich einen klitzekleinen Logikfehler darstellt, den ich aber hier nicht nennen möchte, da es sich um einen Spoiler handeln würde. Die Gesamtwirkung des Buches hat dieser jedoch für mich nicht gestört. Alles in allem ist fand ich es wunderbar und ein wahres Lesevergnügen! Ich bin außerdem gespannt, wann es verfilmt wird, denn das Setting und einige Szenen lassen sich bestimmt sehr bildgewaltig umsetzen…
Von mir gibt’s eine klare Leseempfehlung!

 

Dieses Buch habe ich auf wasliestdu.de für eine Leserunde gewonnen! Vielen Dank für das Freiexemplar!

 

Eure Ricy

 

 

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